07.04.2021 – Wellpappe Report 1/2021

Weniger CO2

Aktuelle Untersuchung der Universität Freiburg belegt Klimavorteile von Obstverpackungen aus Wellpappe gegenüber PET-Schalen

 

„Weniger Plastikmüll, mehr Recycling", heißt es auf der Website der Bundesregierung. Die seit 2019 beschlossenen Maßnahmen zur Reduzierung von Kunststoffabfällen veranlassen die verpackende Industrie und die Unternehmen des Handels verstärkt darüber nachzudenken, wie Plastikverpackungen vermieden oder ersetzt werden können. Das Potenzial, sie durch recyclingfähige Wellpappenverpackungen zu ersetzen, ist groß. Eine Studie, die die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung im Auftrag des Forum Ökologisch Verpacken (FÖV) 2019 erstellte, kam zu dem Ergebnis: Jede fünfte Tonne Verpackungsabfall in Deutschland, Österreich und der Schweiz könnte eingespart werden, wenn stattdessen Wellpappe zum Verpacken eingesetzt werden würde – das sind 825.000 Tonnen Plastik.

 

Besser fürs Klima

Welche konkreten Umweltvorteile ergeben sich, wenn Kunststoff durch Wellpappe ersetzt wird? Erste Anhaltspunkte liefert jetzt eine Untersuchung der Universität Freiburg, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen eines Projekts zur Kreislaufwirtschaft gefördert hat. Hier werden die Klimaauswirkungen von Obst- und Gemüseverpackungen beleuchtet. Die Ergebnisse der CO2-Fußabdruckanalyse zeigen, dass der Lebenszyklus einer Wellpappenschale 0,017 kg CO2-Äquivalente erzeugt, die PET-Variante dagegen 0,036 kg CO2-Äquivalente. Die Klimaeffekte einer PET-Schale sind also mehr als doppelt so hoch wie die einer Wellpappenschale, gemessen jeweils von der Herstellung der Verpackung bis zu ihrem „End of Life“. Die geringeren Treibhausgasemissionen erklären die Wissenschaftler vor allem mit der hohen Recyclingquote der Wellpappe gegenüber Kunststoff sowie der Fähigkeit zur CO2-Speicherung des wichtigsten Ausgangsmaterials für Wellpappe, dem Holz.

 

Steigende Nachfrage

Das VDW-Mitglied Klingele Paper & Packaging Group unterstützte die Wissenschaftler bei der Datenbeschaffung. „Wir konnten konkrete Daten zu den im Projekt verwendeten Obstkörbchen beitragen, da wir die untersuchte Wellpappenverpackung herstellen“, sagt Christian Hössle, Entwicklungschef bei Klingele. „Die Ergebnisse bestätigen unsere Überzeugung, dass Wellpappe eine ökologisch sinnvolle Kreislaufverpackung ist. Das ist auch wichtig für unsere Kunden, denn die Nachfrage nach ökologischen Verpackungen steigt.“

 

Durchgeführt wurde der ökobilanzielle Vergleich der Obstkörbchen von der Forschungsgruppe „Circulus – Transformationspfade und -hindernisse zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft in der Bioökonomie“ der Universität Freiburg. Aus den ermittelten Fakten leiten die Forscher auch Empfehlungen für die Politik ab: So solle bevorzugt Wellpappe als Verpackungsmaterial erwogen werden, wenn kein Verkauf von losem Obst und Gemüse möglich sei. Generell sollten für die Herstellung von Verpackungen aller Art möglichst Rezyklate genutzt werden, wie es auch den im Verpackungsgesetz gesetzten Anreizen entspreche.

 

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