07.06.2017 – Wellpappe Report 2/2017

Nachhaltige Verpackungen steigern den Umsatz

Europäische Studie belegt die Bedeutung ökologischer Materialien

 

Wer auf Wellpappenverpackungen setzt, macht mehr Umsatz – das hat eine Befragung unter europäischen Industrie- und Handelsunternehmen ergeben. 96 Prozent der befragten Entscheider sagen, dass nachhaltige Verpackungen wichtig für den Geschäftserfolg sind. Konsumenten erwarten von den Unternehmen, dass sie stärker in diesen Bereich investieren – mit dem Schwerpunkt auf Recycling und dem Einsatz erneuerbarer Ressourcen. Der Verbraucherwunsch nach umweltverträglichen Lösungen hat Folgen: 62 Prozent der Befragten Industrie- und Handelsvertreter erwarten einen wachsenden Bedarf an nachhaltigen Verpackungen.

 

Das britische Marktforschungsunternehmen Smithers Pira hat im Auftrag von Pro Carton eine Studie durchgeführt, in der führende Markeninhaber und Händler aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien über Ansichten und Einstellungen zu nachhaltigen Verpackungen befragt wurden. Wenig überraschend stufen die Befragten den Produktschutz als Hauptaufgabe der Verpackung ein. An zweiter Stelle rangiert als wichtiger Faktor für den Verpackungseinsatz aber schon „Recycelbarkeit“ – erst dann kommen „technische Eigenschaften“ und „Kosten“.

 

Recycling steht für Nachhaltigkeit
Wann gilt eine Verpackung als „nachhaltig“? Smithers Pira zufolge ist das wichtigste Kriterium die Recycelbarkeit:  Fast jeder dritte Befragte (29,2 Prozent) nannte diese Eigenschaft. Es folgen der Einsatz erneuerbarer Materialien (19,6 Prozent), die Verwendung von leichtem Material (15,5 Prozent), ein geringer ökologischer Fußabdruck (8,2 Prozent) und biologisch abbaubare Bestandteile (5,1 Prozent) – Eigenschaften, die Wellpappe in sich vereint. Auf die Frage, für wie wichtig sie die Verwendung von recyceltem Material bei der Bewertung der Nachhaltigkeit einer Verpackungsart halten, antworteten 97 Prozent der Entscheider mit „sehr wichtig“ (72 Prozent) und „ziemlich wichtig“ (25 Prozent). Unter den Befragten gilt demnach das Recycling als wichtigster Faktor für Nachhaltigkeit und nach dem Produktschutz als die bedeutendste Verpackungseigenschaft.

 

78 Prozent der Befragten halten Karton für das nachhaltigste Material, wobei die Gesprächspartner erfahrungsgemäß nicht zwischen Karton, Vollpappe und Wellpappe unterscheiden, sodass die erhobenen Ergebnisse auch auf Wellpappe übertragbar sind. Unter den befragten deutschen und französischen Experten liegt der Wert sogar bei etwa 90 Prozent. Kunststoff dagegen wird aus nicht erneuerbaren Rohstoffen hergestellt und gilt als schwierig zu recyceln – Kriterien, die gegen seine Einschätzung als nachhaltiges Verpackungsmaterial sprechen.

 

Bei der Gewichtung der Faktoren, die nach Ansicht der Befragten für die Nachhaltigkeit von Verpackungen eine Rolle spielen, zeigen sich in den Ländern deutliche Unterschiede. So gilt nur in Deutschland die Verwendung von erneuerbaren und reichlich vorhandenen Rohstoffen als wichtigstes Kriterium für eine nachhaltige Verpackung, während in allen anderen Ländern die Recycelbarkeit des Materials an erster Stelle steht. Über alle Ländergrenzen hinweg sind sich die europäischen Unternehmen jedoch einig: Papierbasierte Verpackungen wie Wellpappe rangieren in puncto Nachhaltigkeit auf dem Spitzenplatz.

 

 

Veranstaltungshinweis

 

Anuga: Verpackungen ökologisch und zukunftssicher
Die weltweit führende Ernährungsmesse Anuga öffnet ab dem 07. Oktober 2017 wieder ihre Türen in Köln. Ein Trend zeichnet sich ab: Die Unternehmen der Ernährungsbranche befassen sich im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsstrategien immer häufiger mit ökologischen  Verpackungen – auch als Thema auf einer Anuga-Veranstaltung am dritten Messetag. Beim Lunch-Talk am 9. Oktober zeigen Experten die Weichenstellungen für die Kreislaufwirtschaft von morgen auf und diskutieren die unterschiedlichen Perspektiven in einer Gesprächsrunde. Organisiert wird die Veranstaltung vom Forum Ökologisch Verpacken (FÖV) in Kooperation mit der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE).

 

Anuga Lunch-Talk
9. Oktober 2017
11:00 bis 12:00 Uhr
Rheinsaal der Messe Köln
Sektion 3 + 4

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