03.04.2017 – Wellpappe Report 1/2017

„Schäden vermeiden heißt Vertrauen stärken“

Interview mit Stefan Verfürth, Packaging Consultant Damage Reduction, UPS Deutschland

 

Herr Verfürth, warum ist Damage Reduction wichtig für UPS?
Jede Beschädigung einer Sendung sorgt für Enttäuschungen, Frust oder auch finanzielle Verluste – beim Versender, beim Empfänger oder bei beiden. Es entsteht Unzufriedenheit. Hierbei muss man bedenken, dass ein Versender, der uns seine Pakete übergibt, uns sein Vertrauen schenkt. Er muss sich auf unsere professionellen Fähigkeiten als Paketdienstleister verlassen können, um sein Versprechen gegenüber seinen Kunden einzuhalten. Aus diesem Grund stellen Aktivitäten zur Schadensvorbeugung ein Schwerpunkthema dar, um die Anzahl der Beschädigungen konsequent zu verringern und somit zur Kundenzufriedenheit beizutragen. Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, sie bei der Verpackungsentwicklung zu begleiten. Nach Fertigstellung der Muster kann eine Überprüfung der konstruierten Verpackungslösung vorgenommen und mögliche Schwachstellen können präventiv identifiziert und beseitigt werden. Zusätzlich wurde der UPS-Verpackungsleitfaden erstellt, der als Nachschlagewerk für Versender eine Übersicht der wichtigsten Verpackungsregeln beinhaltet.

 

Welchen Belastungen sind Verpackungen und Packgut beim Transport ausgesetzt?
Bei Transport, Umschlag und Lagerung sind Versandstücke mechanischen und klimatischen Beanspruchungen ausgesetzt. Das Nichtbeachten dieser Einflüsse ist eine der Hauptursachen für Transportschäden. Ursache der mechanischen Beanspruchungen sind physikalische Kräfte mit statischem oder dynamischem Wirkungsverlauf. Hierzu zählen beispielsweise Stapeldruck, Vibrationen, durch den Paketumschlag bedingte Stoßbelastungen, Reibung und nicht zuletzt wechselnde klimatische Bedingungen. 

 

Welche Rolle spielt Wellpappe für den Einzelpaketversand?
Die Bandanlagen bei UPS sind vor allem auf Wellpappenschachteln ausgelegt. Bei dem Sortierprozess erreichen die eingesetzten Förderbänder teilweise hohe Geschwindigkeiten, die sich bei Packstücken aus Holz, Kunststoff oder Metall nachteilig auswirken können. Materialien dieser Art erreichen beispielsweise auf Bandrutschen höhere Beschleunigungswerte. Aufgrund ihrer harten und unnachgiebigen Bauweise werden die auftretenden Transportbelastungen nicht absorbiert, sondern an die Innenverpackung nahezu ungebremst weitergeleitet. Nach unseren Erfahrungen begünstigt dies gerade bei empfindlichen Produkten oder Bauteilen Transportschäden. Um ein solches Szenario zu vermeiden, werden diese Verpackungen von uns abseits der Förderbänder manuell gehandhabt. Unseren Erfahrungen nach sind Wellpappenlösungen als sogenannte Einstoffverpackungen klar auf dem Vormarsch.

 

Worauf müssen Versender beim Verpacken achten?
Die gewählte Außenverpackung sollte den unterschiedlichen Einflüssen wie etwa Stoßbelastungen mehrfach widerstehen können und zudem stapelfähig sein, um die im Container auftretenden Druckbelastungen standhalten zu können. Zudem müssen gerade bei empfindlichen Waren Polstermaterialien zum Einsatz kommen. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, bei der Vorbereitung der Pakete eine gute Fixierung der Waren zu gewährleisten. Als Abschluss sollte das Packstück zuverlässig verschlossen werden. Hier hat sich die so genannte Doppel-T-Methode bewährt: Dabei werden die Deckelseiten des Kartons in Längsrichtung über der Naht und zusätzlich an den Stirnseiten mit einem ca. 50 mm breiten Klebeband verklebt.

 

Welchen Beitrag leisten Wellpappenverpackungen zur Damage Reduction?
Dank einer Vielzahl unterschiedlicher Wellpappenqualitäten sind diese Verpackungen auch für empfindliche Produkte geeignet. Wellpappe ist zudem oftmals um ein Vielfaches umweltverträglicher als mögliche Alternativen. Gerade in der heutigen Zeit spielt dies immer öfter eine Rolle. Auch deswegen sehe ich weiterhin eine positive Entwicklung des Packstoffs Wellpappe in der Paketlogistik.

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