29.11.2016 – Wellpappe Report 4/2016

Online-Shopping: Warum Kreislaufverpackungen wichtig sind

Alles deutet auf einen Kaufrausch hin. Für das Weihnachtsgeschäft 2016 prognostiziert der Handelsverband Deutschland (HDE), dass jeder Verbraucher durchschnittlich etwa vier Prozent mehr für Parfüm, Krawatten und Spielzeug ausgeben wird als im Vorjahr – insgesamt knapp 480 Euro. Dabei wird der Anteil des Online-Handels nach HDE-Schätzungen im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent steigen. Für die Paketzusteller bedeutet das Schwerstarbeit. Hermes rechnet im November und Dezember 2016 mit bis zu 20 Prozent mehr Sendungen als 2015 und setzt dabei auf zusätzliches Personal. Auch die Deutsche Post DHL Group stellt 20.000 Aushilfen ein, um die bis zu acht Millionen Pakete am Tag zuverlässig ausliefern zu können.

 

Versandverpackungen aus Recyclingmaterial
Die äußeren Hüllen der Pakete bestehen überwiegend aus Wellpappen-Versandkartons – ein wichtiger Aspekt für die ökologische Entsorgung der gebrauchten Verpackungen. „Transport- und Versandverpackungen aus Wellpappe bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und werden vollständig über den Altpapierkreislauf wiederverwertet. Die im Versandhandel eingesetzten Verpackungen bestehen fast immer aus Recyclingmaterial“, sagt Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des Verbandes der Wellpappen-Industrie (VDW). Der Verpackungsexperte betont, dass es sich bei den gebrauchten Schachteln von Amazon, Zalando und Co. nicht um „Müll“ handelt. „Alle Jahre wieder kurz vor Weihnachten wird in einigen Medien das Horrorszenario von Müllbergen gezeichnet, die sich angeblich in Form leerer Versandverpackungen vor unseren Haustüren auftürmen“, erläutert Wolfrum. „Das ist Unfug – gebrauchte Wellpappe ist kein Müll. Vielmehr reißen Ihnen die Entsorgungsbetriebe das Material aus der Hand.“

 

Wertvoller Rohstoff für die Papierherstellung
Denn Wellpappe und anderes Altpapier sind ein begehrter Rohstoff für die Papierherstellung – und mit Abstand der wichtigste: Fast zwei Drittel der eingesetzten Rohstoffe sind nach Angaben des Verbandes der Papierindustrie Altpapier. Im Jahr 2015 sammelten Entsorgungsbetriebe von Verbrauchern und Unternehmen rund 15,2 Millionen Tonnen alte Zeitungen, Zeitschriften und Verpackungen aus Papier, um sie wieder dem Stoffkreislauf zuzuführen. „Der weitaus größte Anteil gebrauchter Wellpappe fällt nicht bei Online-Shoppern zu Hause an, sondern bei Unternehmen“, erläutert Wolfrum. „Einzelhändler, die geöffnete Transportverpackungen in den Fillialen sammeln und abholen lassen, erhalten dafür je nach Marktlage pro Tonne zwischen 80 bis 90 Euro. Gebrauchte Wellpappe ist also ein werthaltiges Handelsgut.“

 

Ausgezeichnetes Sammelsystem
Der Rohstoffcharakter gebrauchter Kisten und Schachteln ist ein wesentlicher Grund dafür, warum das Wellpappenrecycling so gut funktioniert. „Die Rahmenbedingungen für die Wiederverwertung  papierbasierter Materialien sind in Deutschland exzellent“, sagt Prof. Bernd Bilitewski, Vorsitzender des Altpapierrats und Professor für Abfallwirtschaft an der TU Dresden. „Das Sammel- und Verwertungssystem ist gut etabliert und es ist für Verbraucher ein Leichtes, Umzugskisten oder Versandkartons übers Altpapier dem Recyclingkreislauf zuzuführen.“ Wer Wellpappenverpackungen richtig entsorgt, kann demnach sicher sein, dass sie im Anschluss wiederverwertet werden. Zu einem großen Teil entsteht aus dem Rohstoff wieder Papier, das erneut auch zur Herstellung von Wellpappenverpackungen eingesetzt wird. Auf diesem Weg gelangen viele der über zwei Milliarden Pakete, die von Zustelldiensten in Deutschland jährlich befördert werden, einige Monate später in anderer Form und mit anderem Inhalt erneut zum Online-Shopper – mit Kreislaufverpackungen aus Wellpappe.

 

Mehr zur „Kreislaufverpackung Wellpappe“ lesen in der gleichnamigen Broschüre des VDW.

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