13.06.2016 – Wellpappe Report 2/2016

Mit jeder Faser ökologisch

Ökoprofil der Wellpappe ist geprägt von natürlicher Rohstoffbasis und geschlossenem Stoffkreislauf

 

In der Diskussion um den notwendigen klimaschonenden Umbau industrieller Prozesse geraten immer wieder auch Verpackungshersteller ins Visier von Umweltschützern und Politik. Zwar tragen die schützenden Hüllen dazu bei, dass Produkte frisch und unversehrt unsere Supermärkte erreichen. Auch helfen sie,  Verderb und Beschädigung zu minimieren und überflüssige Transporte zu vermeiden. Andererseits prägen Bilder von Teppichen aus Plastikflaschen und -tüten in manchen Meeresregionen oder zugemüllte Straßenränder hierzulande das Öko-Image von Verpackungsmaterial.

Selbst im Zusammenhang mit dem Einsatz von Wellpappenverpackungen tauchen hier und da noch Vorstellungen von „Verpackungsmüll“ oder gar Begriffe wie „Müllberge“ auf. Tatsächlich ist Wellpappe aufgrund ihrer ökologischen Eigenschaften ein wichtiger Eckpfeiler einer zukunftsorientierten, klimaverträglichen Verpackungsstrategie. Verbraucher haben das erkannt. Sie bevorzugen Verpackungen aus Papier, Karton und Wellpappe, weil sie wissen, dass das Material nach Gebrauch mit geringem Aufwand zu neuen Papierprodukten verarbeitet wird. Jahrzehntelange Getrenntsammlung von Papier in Deutschland prägt die Wahrnehmung.

 

Recycling schützt das Klima

Neben Energieeffizienz und dem Einsatz erneuerbarer Energien gilt das stoffliche Recycling unter Umweltexperten als wichtiger Hebel, um die angestrebte CO2-Reduzierung zu erzielen. Papier macht vor, wie es geht, denn Deutschland ist Altpapier-Faserland. So wurden 2015 in Deutschland 16,8 Millionen Tonnen Altpapier für die Papierproduktion eingesetzt (inkl. Altpapierimport). Die Altpapiereinsatzquote, also der Einsatz von Altpapier in Relation zur Gesamtproduktion, betrug 74 Prozent.

Der Stoff, auf den Hersteller von Recyclingpapier Appetit haben, besteht aus Büropapier, Pappkartons oder Cornflakes-Schachteln, die von sammelfreudigen Verbrauchern in die Altpapiertonne geworfen werden. Besonders begehrt sind aber Wellpappenverpackungen, die sortenrein bei den auspackenden Unternehmen anfallen, insbesondere im Einzelhandel. Der verkauft den Altpapierwertstoff aus Wellpappe zu Preisen von gegenwärtig etwa 80 Euro pro Tonne an Altpapierhändler weiter. Zu einem großen Teil entsteht aus diesem Rohstoff wieder Papier, das erneut zur Herstellung von Wellpappenverpackungen eingesetzt wird: Im Durchschnitt besteht in Deutschland produzierte Wellpappe zu 80 Prozent aus Recyclingmaterial.

 

Geringer Energieeinsatz

Isoliert betrachtet haben Wellpappenrohpapiere auf Altpapierbasis ökologische Vorteile gegenüber Frischfasererzeugnissen. Die Aufbereitung gebrauchter Papierfasern ist weniger energieintensiv als das Kochen von Holzfasern für die Papiergewinnung. Und auch der Wassereinsatz ist bedeutend niedriger. Dennoch gilt: Ohne Frischfaser kein Altpapier. Jede Faser ist irgendwann als natürlicher Rohstoff – meist in Form einer Fichte oder Kiefer – dem Boden entsprungen.

Nachhaltige Forstwirtschaft und wirtschaftliche Nutzung haben die Wälder in den wichtigsten Herkunftsländern von Frischfasererzeugnissen wie Schweden erheblich wachsen lassen. Der Effekt für den Klimaschutz: Für das Wachstum jedes Kubikmeters Holz entzieht der Baum der Atmosphäre 1,3 Tonnen CO2. Am Beispiel von SCA, des größten europäischen privaten Waldbesitzers und international eines der führenden Papierunternehmen, bedeutet das: Jährlich bindet das Baumwachstum in den SCA-Wäldern in Schweden 2,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das ist eine Million Tonnen mehr als sämtliche Papierfabriken der SCA Gruppe an Kohlendioxid auf Basis fossiler Energieträger emittieren. Diese Form nachhaltiger Forstbewirtschaftung, die charakteristisch für die europäische Papierindustrie ist, gilt unter Umweltexperten als eine der Schlüsselstrategien für die Lösung der Klimaproblematik.

Der Rohstoff bewirkt also, dass Papiererzeugnisse wie Wellpappe zu einer wirksamen „Kohlendioxid-Senke“ werden. Ob Frischfaser oder Recyclingfaser, bei der ökologischen Bewertung des Verpackungsmaterials aus Papier ist die Betrachtung des gesamten Kreislaufs entscheidend. Wenn es um den Abschied von der „fossilen“ Verpackung aus langsam verrottenden Kunststoffen geht, ist Wellpappe das Verpackungsmaterial der Zukunft.

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