09.09.2015 – Wellpappe Report 3/2015

Möglichmacher von morgen

Trendforschung

 

Tiefgreifende Veränderungen der Lieferketten des Handels stehen ins Haus. In ihrer Studie „Supply Chain 2025“ stellen die Trendforscher des Frankfurter Zukunftsinstituts fest: Die Trenddynamik ist hoch. Insbesondere die starke Entwicklung des E-Commerce als ein wesentlicher Treiber logistischer Prozesse stellt hohe Anforderungen an die Verpackung der Zukunft.

Die Lust der Verbraucher am Online-Shopping hat den stationären Handel veranlasst, hohe Summen in den Ausbau des Online-Geschäfts zu investieren. Die Fläche verschafft sich ein digitales Standbein. „Online und offline sind keine Kanäle, die unverbunden nebeneinander verlaufen“, sagt Christian Rauch, Geschäftsleiter des Zukunftsinstituts und Autor der genannten Studie. „Sie müssen zusammen gedacht werden.“ Für die Mehrzahl der Player des stationären Handels stellt nach Ansicht des Trendexperten Omnichannel-Retailing die einzige Chance dar, im Wettbewerb mit den reinen Onlinern zu bestehen. „Aus dem Kunden ist längst der ,Connected Customer‘ geworden, der sich über viele Kanäle informiert und einkauft.“

 

Verkaufen auf allen Kanälen

Die Händler stellt der Einstieg in die Omnichannel-Supply-Chain zunächst vor große Herausforderungen. Beispiel Kommissionierung: In der klassischen Handelslogistik basiert sie auf standardisierten Elementen wie der Palette, auf der ebenfalls standardisierte Gebinde für den Groß- und Einzelhandel transportiert werden. Hier geht es um den Transport großer Warenmengen, für die nur eine begrenzte Anzahl unterschiedlicher Verpackungen und Ladungsträger benötigt werden. Demgegenüber steht in der Belieferung von Privatkunden das sogenannte „Split Case Picking“ im Vordergrund, das nach demselben Prinzip funktioniert wie das Beladen eines Einkaufswagens im Supermarkt. Hier werden viele unterschiedliche Waren in jeweils kleiner Zahl zu Päckchen zusammengestellt. Beide Vorgehensweisen unterscheiden sich fundamental und sind für gewöhnlich nicht Teil eines gemeinsamen Prozesses.

Handelsunternehmen, die Endverbraucher künftig sowohl im stationären Ladengeschäft als auch über den Online-Shop bedienen möchten, müssen also sowohl geeignete Transport- als auch Versandverpackungen vorhalten. Gerade an letztere knüpfen die Empfänger hohe Erwartungen: Sie sollen dem Kunden die bestellte Ware nicht nur unversehrt nach Hause liefern, sondern ihm auch ein angenehmes Auspackerlebnis bieten – auch wenn er seine Bestellung z. B. im Rahmen von Click & Collect im Ladengeschäft abholt.

 

Vorteil Vielseitigkeit

In seiner Studie hat Rauch weitere Folgen der Omnichannel-Lieferkette für das Verpacken herausgearbeitet. „Die Vielfalt der versendeten Volumina wächst. Dadurch gewinnen Ansätze an Bedeutung, die es noch besser ermöglichen, die Größe jeder einzelnen Verpackung variabel zu gestalten“, sagt Rauch. Insgesamt wachse auch das Verpackungsaufkommen. „Darum wird die Verpackungseffizienz immer wichtiger – sowohl unter Kosten- als auch unter Umweltgesichtspunkten.“ Zukünftig seien flexible und vielseitig einsetzbare Verpackungen gefragt, um das Vorhalten vieler unterschiedlicher Verpackungen zu vermeiden und die Lagerhaltung nicht unnötig zu vergrößern. „Verpackungsmaterialien wie Wellpappe, die schon heute sehr gute Umwelteigenschaften und flexible Konstruktions- und Ausstattungsmöglichkeiten aufweisen, sind dabei diejenigen mit dem höchsten Zukunftspotenzial.“

Die vollständige Studie „Supply Chain 2025“ des Zukunftsinstituts steht hier zum Download zur Verfügung.

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