08.04.2014 – Wellpappe Report 1/2014

Verpackungen aus Wellpappe helfen, Prozesse in der Filiallogistik zu optimieren

Mehr als die Hälfte der Logistikkosten in der Lieferkette des Handels fallen am Zielort an, also in der Supermarkt-Filiale, dem Discounter oder SB-Warenhaus. Transport- und Regalverpackungen aus Wellpappe können gerade auf den letzten Metern bis zum Verbraucher wertvolle Beiträge leisten, um den Warenfluss zu verbessern und Kosten zu sparen.

Speziell mit den logistischen Abläufen in der Filiale beschäftigt sich die vom EHI Retail Institute und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML durchgeführte Studie „Trends in der Handelslogistik 2013“. Befragt wurden 33 Logistikleiter und 17 Marktleiter aus Handelsunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei wurde deutlich, dass die Befragten in der Filiallogistik deutliches Optimierungspotential sehen. Denn angefangen bei der Warenannahme über das Einräumen ins Regal bis zur Rückführung von Verpackungsmaterial seien die logistischen Abläufe in der Filiale zeit- und damit kostenintensiv.

 

Gute Verpackungsgestaltung spart Zeit und Kosten

Eine Schlüsselfunktion erfüllt bei der Optimierung dieser Abläufe die Verpackung. So hat die Einführung automatisierter Bestellsysteme nach Angaben der von Fraunhofer befragten Logistik- und Marktleiter zu einer signifikanten Verringerung der Out-of-Stock-Problematik beigetragen. Doch wenn die bestellte Ware sich im Lager nicht zügig identifizieren lässt, dauert es zu lange, bis Regallücken gefüllt werden. „Etwa 4,5 Prozent vom Umsatz gehen verloren, weil Mitarbeiter die Ware im Filiallager nicht schnell genug finden“, sagt Jörg Pretzel, Geschäftsführer von GS1 Germany. Auch beim Einräumen ins Regal geht, etwa mit dem Entfernen von Umverpackungen, Zeit verloren. 41 Prozent der von Fraunhofer befragten Marktleiter sind hinsichtlich des Zeitaufwands beim Einräumen der Ware mit der Verpackungsgestaltung „weniger zufrieden“ – das Potential wird derzeit also keineswegs ausgeschöpft.

Um Zeit bei den Verräumprozessen in der Filiale zu sparen, „können bedruckte Wellpappenverpackungen eine wesentliche Hilfestellung leisten“, sagt Pretzel. Denn aufgrund ihrer guten Bedruckbarkeit eignet Wellpappe sich hervorragend als Informationsträger. Farbige Kennzeichnungen und aussagekräftige Beschriftung erleichtern das Sortieren und Auffinden im Lager ebenso wie das Einräumen im Regal. Auch die vielseitigen Konstruktionsmöglichkeiten, die Wellpappe bietet, sorgen für erhebliche Zeitersparnis, beispielsweise in Form von Shelf-Ready-Konstruktionen mit einfach abzunehmendem Stülpdeckel.

Einigkeit über Wellpappe als Material der Wahl herrscht bei den Einzelhändlern hinsichtlich Zweitplatzierungen in Form von Displays: In einer früheren Studie des EHI Retail Institute setzte ausnahmslos jeder der Befragten bei Promotion-Aktionen Displays aus Wellpappe ein, die mit wenigen Handgriffen auf der Verkaufsfläche zu platzieren sind. Hinsichtlich der benötigten Zeit beim Aufbau von Zweitplatzierungen erwarten sich die von Fraunhofer befragten Marktleiter in den nächsten vier Jahren eine Verbesserung von 18 auf 14 Minuten. Setzt man auf das richtige Material, lässt sich schon bei der Konzeption eine für den Transport stapelsichere und platzsparende Lösung bauen, die im Laden dann schnell und einfach aufgestellt ist. Am Ende des Aktionszeitraums ist ein Display aus Wellpappe problemlos über den Altpapierkreislauf zu entsorgen – ohne aufwändige Materialsortierung.

 

Optimierung der Filiallogistik schon auf dem Weg in die Filiale

„Die Verpackung beeinflusst jede Stufe der Lieferkette“, betont Marcel Ströhmer, Spezialist für Verpackungs- und Handelslogistik beim Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML. Bereits auf dem Weg der Ware in die Filiale erweist sich Wellpappe als idealer Logistikpartner. Wie sich der Fraunhofer-Studie entnehmen lässt, liegt der Volumennutzungsgrad des LKW-Frachtraums beim Warentransport derzeit durchschnittlich bei ca. 80 Prozent. Die befragten Marktleiter gehen bis 2015 von einer Steigerung auf 84 Prozent  aus. Für die optimale Auslastung bieten Transportverpackungen aus Wellpappe viel Gestaltungsspielraum. Die Vielseitigkeit des Materials erlaubt es, Produkte zu maßgeschneiderten Versandeinheiten zusammenzufassen und ermöglicht so eine einfache und raumsparende Palettierung. Was sich nicht in Modulmaßen unterbringen lässt, wird im Maßanzug verpackt, der sich, aus Wellpappe hergestellt, hervorragend auf der Ladefläche integrieren lässt. Ein optimierter Volumennutzungsgrad beim Warentransport kann wiederum die Grundlage dafür schaffen, die Anlieferhäufigkeiten im Handel anzupassen – und damit für Zeitersparnis bei der Warenannahme sorgen.

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