22.11.2013 – Wellpappe Report 4/2013

Online-Handel: Boomende Branche setzt auf Wellpappe

Rund eine Milliarde Päckchen haben Onlinehändler im Jahr 2012 auf den Weg zum Endverbraucher zwischen Flensburg und Garmisch gebracht – in den allermeisten Fällen in Form einer Versandschachtel aus Wellpappe. Diese im Auftrag des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels ermittelte und in diesem Jahr erstmals veröffentlichte Zahl spiegelt die mit zweistelligen Zuwachsraten äußerst dynamische Entwicklung des Online-Vertriebswegs der letzten Jahre wieder. Und auch wenn Branchenexperten davon ausgehen, dass sich das mittelfristige Wachstum bei fünf bis acht Prozent einpendeln wird –

E-Commerce bleibt ein Zukunftsmarkt.

 

Damit ist die Gemächlichkeit der analogen Zeiten, als noch dicke Kataloge gewälzt wurden, endgültig passé. In der Regel steht schon am Tag nach der Bestellung der Bote vor der Tür und für die ganz Eiligen bieten einige Händler auch schon „same-day-delivery“ an. Um die Erfüllung der online geäußerten Konsumwüsche zu befriedigen, setzen Amazon & Co. auf moderne Versandläger, ausgeklügelte Logistiksysteme und ein ebenso wirtschaftliches wie ökologisch vorteilhaftes Verpackungsmaterial: Wellpappe macht’s möglich.

 

Frustfreies Einkaufen

Für die Wellpappenverpackungen sprechen neben der hohen Schutzwirkung der  Konstruktion aus mehreren miteinander verleimten Papierbahnen auch Eigenschaften, die besonders für das Online-Versandgeschäft wichtig sind:  Bei der Vielfalt der versendeten Waren und der jeweils für den Versand kommissionierten Warenkörbe brauchen die Händler Verpackungen, die sich in ihren Abmessungen und ihrer Konstruktion exakt an die Maße des Packguts anpassen lassen. Leichtes Öffnen der Verpackung und einfaches Entnehmen der dank Wellpappe unbeschädigten Bestellung sorgen für ein frustfreies Einkaufserlebnis.

 

Besondere Bedeutung kommt der Versandverpackung aus Wellpappe in ihrer Eigenschaft als Medium zu. Denn sowohl für die Marktführer als auch für tausende von kleineren Spezialversendern ist die bedruckte Wellpappenverpackung neben Internet und klassischer Werbung die wirkungsvollste Möglichkeit, ihre Marke zu stärken. Eine aktuelle Studie von ProCarton belegt, dass die Verpackung eines der einflussreichsten Kommunikationsmedien ist und wesentlich zur Markenkommunikation beiträgt. Für Online-Shops besonders interessant ist die Erkenntnis, dass Verpackungen diese Wirkung bei Verbrauchern zu Hause ebenso entfalten wie im klassischen Einzelhandel. Sie animieren den Verbraucher sowohl zum Wiederkauf als auch zur Weiterempfehlung.

 

Folgerichtig will kein Anbieter darauf verzichten, die eigene Marke auf dem Karton in Szene zu setzen, wenn der Verbraucher die ersehnte Bestellung in Empfang nimmt. Das Spektrum der Markenkommunikation reicht dabei vom einfarbigen Logoaufdruck, wie beim Marktführer Amazon, bis zur einprägsamen Gestaltung der Kartons mit farbigen Motiven, wie bei Zalando, Europas größtem Online-Modeversender.

 

Umweltvorteile verbessern Image

Imagefördernd wirken sich zusätzlich die günstigen Umwelteigenschaften des Verpackungsmaterials aus. Darum stellt der Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW)  das Öko-Signet für die Kennzeichnung der Verpackungen zur Verfügung. „Verpackung aus Wellpappe: Nachwachsende Rohstoffe – vollständiges Recycling“ , so lautet der einprägsame Schriftzug dieses Logos, das immer öfter auf Schachteln bekannter Versender zu sehen ist, etwa bei hess natur oder mymuesli.

 

Mehr als drei Viertel der Verbraucher begrüßen es, wenn sie die Verpackung nach Gebrauch einer ökologisch sinnvollen Verwertung zuführen können. Nach einer aktuellen Studie der Marktforscher von Firefly Millward Brown bewerten 75 Prozent der Konsumenten in Industrieländern das Trennen und Sortieren von Verpackungen für das Recycling als wichtigste Tätigkeit für den Umweltschutz.

 

Dass sich für Online-Versender das Recycling auch wirtschaftlich auszahlt, macht das Beispiel des Arbeitsbekleidungsspezialisten Engelbert Strauß deutlich. Täglich lagert das hessische Unternehmen 2.000 bis 4.000 Wellpappenverpackungen mit Sicherheitsschuhen, Overalls oder T-Shirts ein. Wenn die Waren von Bestellern in Bauunternehmen, Gärtnereien oder Autowerkstätten angefordert werden, bleiben leere Verpackungen zurück – in Spitzenzeiten bis zu 800 Kartons pro Stunde. Der Versender mit dem Vogel-Logo verdichtet die gebrauchte Wellpappe mit einer modernen Ballenpresse und bringt einmal wöchentlich bis zu 21 Tonnen Sekundär-Rohstoff in die Papierfabrik. Erlös je nach Marktlage: rund 90 Euro pro Tonne.

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Martin Petrich

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