22.11.2013 – Wellpappe Report 4/2013

"Auf den letzten 50 Metern liegt das größte Potenzial"

Experten auf dem Forum Wellpappe 2013 diskutieren über Wertschöpfungsbeiträge handelsgerechter Verpackungen

 

Frische Produkte in gut gefüllten Supermarktregalen – Millionen Verbraucher erleben diese Situation täglich als Selbstverständlichkeit. Dahinter stehen vielfältige und in engen zeitlichen Abläufen getaktete Warenbewegungen zwischen Herstellern und Verkaufsstellen. Transportverpackungen aus Wellpappe, die durch ihre Konstruktion oder ihre Bedruckung speziell auf die Anforderungen der Lieferkette abgestimmt sind, leisten wertvolle Beiträge, um diese Prozesse möglichst reibungslos und wirtschaftlich zu gestalten.

 

Zu diesem Ergebnis kamen die Experten bei der diesjährigen Podiumsdiskussion auf dem Forum Wellpappe. Vor rund 350 Besuchern diskutierten unter der Leitung des TV-Journalisten Stefan Schulze-Hausmann: Dr. Jan Klingele, Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW), Thomas Maiwald, Quality Management Goods Packaging Development/Abteilungsleiter Verpackung, real,- SB-Warenhaus, Jürgen Otersen, Manager Logistics Operations, bei Mondelēz International und Marcel Ströhmer, Spezialist für Verpackungs- und Handelslogistik vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML.

 

Personalintensives In-Store-Handling

Effizienzpotenziale identifizierten die Experten vor allem am Ende der Lieferkette. „Es gibt Studien, die belegen, dass die Warenhandlings-Kosten in der Geschäftsstelle bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten der Lieferkette ausmachen“, sagte Logistikfachmann Ströhmer. „Die Höhe hängt mit den zahlreichen personalgebundenen Tätigkeiten des In-Store-Handlings zusammen: Waren identifizieren, bewegen, auspacken – immer noch häufig mit einem Messer – das Platzieren, Zusammenfalten der gebrauchten Verpackungen und Entsorgen.“

 

Otersen als Vertreter der Konsumgüterindustrie bestätigte diese Einschätzung: „Ich glaube, auf den letzten 50 Metern der Lieferkette liegt das größte Potenzial. Dabei deckt sich unser Interesse 100-prozentig mit dem des Handels: Wir wollen im Regal präsent sein, und zwar so, dass es gut aussieht.“ Otersen machte deutlich, dass dieses Potenzial nur durch ein gemeinsames Vorgehen der Akteure in der Lieferkette gehoben werden kann: „Eine enge Abstimmung zwischen Einzelhandel, Konsumgüterproduzent und Verpackungshersteller ist hier hilfreich.“

 

„Keine Kompromisse bei der Qualität“

Mehr als zwei Drittel aller Waren kommen in Steigen, Trays, Kisten oder Umverpackungen aus Wellpappe an ihr Ziel. Konsumgüterhersteller setzen bewusst auf das robuste Verpackungsmaterial, weil wirkungsvoller Produktschutz für sie Priorität hat. Schließlich geht es um die Einlösung ihres Markenversprechens. Dazu Otersen: „Unsere klare Ansage ist: Die Waren müssen immer in der besten Qualität am POS ankommen – und da machen wir auch keine Kompromisse. Wir investieren bewusst in Qualität, auch bei der Wahl unserer Transportverpackung.“

 

Sowohl auf dem Transportweg als auch im Lager besteht die Gefahr, dass Waren durch mangelhafte Kennzeichnung schwer zu finden sind oder gar verloren gehen. Das ist zeitaufwendig und verursacht Kosten. „Im Back-Store-Lager gibt es insbesondere im Non-Food-Bereich noch viele braune Kartons, die sich sehr ähnlich sehen“, erläutert Handelsexperte Maiwald. „Das kann dazu führen, dass angelieferte Ware vergeblich im Regal gesucht wird, da sie sich noch im Lager befindet. Hier fällt sie zwischen der Vielzahl an optisch gleichen Kartons kaum auf und wurde daher nicht verräumt.“

 

Bedruckung hilft bei der Orientierung

Wellpappenverpackungen können durch eine entsprechende Bedruckung schnell und verständlich über ihren Inhalt informieren, ohne dass technische Geräte oder Fachwissen notwendig sind. Eine Abbildung des Produktes auf der Verpackung und eine Gestaltung in den markentypischen Farben erleichtern die schnelle Identifizierung im Lager. „Regallücken müssen wir unbedingt vermeiden, sowohl Hersteller als auch Handel haben ein großes gemeinsames Interesse an der Sicherstellung der Warenverfügbarkeit im Regal“, so Otersen. „Wir arbeiten bei der Kennzeichnung oft mit Color-Kodierungen. Bei Milka ist das schon einfach, weil die Farbe gelernt ist und deshalb im Lager sofort gefunden wird. Bei einigen anderen Produkten sehen wir dazu noch Potenzial.“

 

Mit informativ bedruckten Shelf-Ready-Lösungen können Waren nicht nur im Lager schneller identifiziert werden, sie bieten auch den Verbrauchern eine bessere Orientierung am Regal. Mit einer attraktiven Bedruckung im Marken-Look findet der Kunde schnell sein Lieblingsprodukt. Dazu Dr. Jan Klingele, Vorsitzender des VDW: „Heute trägt bereits jede fünfte Verpackung ein hochwertiges Druckbild. Damit hat sich Wellpappe zu einem wichtigen Informationsmedium entwickelt. Wir empfehlen den Nutzern unserer Produkte, dieses Potenzial weiter auszuschöpfen. Es macht sich bezahlt.“

 

Bilder zum Forum Wellpappe unter https://www.wellpappen-industrie.de/presse/bilddatenbank/forum-wellpappe.html

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Martin Petrich

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