20.09.2013 – Wellpappe Report 3/2013

Hier ist die Zukunft: Ausbildung in der Wellpappenindustrie

von Dr. Oliver Wolfrum

 

Jedes Jahr das gleiche Bild: Wenn es um die Wahl des Ausbildungsberufes geht, zeigen sich Jugendliche als besonders konservative Bevölkerungsgruppe. Auch die kürzlich vom Statistischen Bundesamt für das Jahr 2012 veröffentlichten Daten bergen keine Überraschungen: Einzelhandelskaufleute, Verkäufer und Kfz-Mechatroniker führen die Hitliste an. Und die aus Politikermund verlangte Geschlechtergleichheit in der Ausbildung ist offenbar eher Wunschdenken als gelebte Praxis: Junge Frauen zieht es in kaufmännische und Dienstleistungsberufe, ihre männlichen Altersgenossen wollen an Autos schrauben oder sich mit Elektronik beschäftigen.

 

Dass sich in Deutschland mehr als die Hälfte der jugendlichen Schulabsolventen bei ihrer Berufswahl nur an den zwanzig beliebtesten unter 340 Ausbildungsberufen orientieren, ist mehr als ein statistischer Schönheitsfehler. Es ist eine verpasste Chance – für die jungen Menschen und die Betriebe. Denn nicht besetzte Ausbildungsplätze sind der Fachkräftemangel von morgen. Aber was tun, um dem Nachwuchs die Augen für die Chancen abseits des Mainstreams zu öffnen?

 

Was sicher nicht reicht, ist langfristige berufliche Perspektiven und attraktive Berufsbilder anzubieten und darauf zu warten, dass sich in ausreichender Zahl geeignete Bewerber melden. Der Kampf um Jugendliche, die persönliche Eignung und gute Zeugnisse beim Start auf dem Berufsweg mitbringen, ist schärfer geworden. Neben den Personal- und Kommunikationsabteilungen der Unternehmen sind auch die Branchenverbände aufgerufen, die jeweiligen Ausbildungsangebote in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.

 

Der für die Wellpappenindustrie wichtigste Beruf des Packmitteltechnologen ist ein typisches Beispiel für einen Ausbildungsweg, der für viele Schulabgänger noch zu entdecken ist. Kreativität ist gefragt, gutes räumliches Vorstellungsvermögen und ein Händchen für Technik. Die Branche wächst und bietet sichere Arbeitsplätze. Über 850 Jugendliche bilden allein die im Verband der Wellpappen-Industrie (VDW) organisierten Unternehmen mit ihren ca. 15.500 Beschäftigen aus, wobei diese Zahlen auch in den Jahren der konjunkturellen Flaute stabil geblieben sind. Gute Gründe also, sich mit dem Zeugnis in der Tasche bei Wellpappenherstellern zu melden.

 

Damit das immer mehr junge Leute tun, hat sich die Branche entschlossen, ihre Kommunikation in Sachen Azubi-Werbung zu stärken. Dabei lässt der VDW die Zielgruppe selbst zu Wort kommen. Denn nichts ist glaubwürdiger für Jugendliche als die Meinung Gleichaltriger. So stehen in der im vergangenen Jahr neu aufgelegten Ausbildungsbroschüre nicht nur die Sachinformationen zum/zur Packmitteltechnologen/-in und anderen in der Branche angebotenen Ausbildungswegen im Fokus. Die Protagonisten sind fünf Azubis und ein Ausbilder, die den Leser an ihrem beruflichen Alltag teilhaben lassen. Das gleiche Prinzip gilt für den Facebook-Auftritt: Menschen aus der Wellpappenindustrie mit anderen vernetzen und die Möglichkeit zum persönlichen Austausch bieten. Wer sich zunächst einen schnellen Überblick verschaffen will, findet die wichtigsten Informationen auch auf der Verbandswebsite.

 

Die ersten Reaktionen sind vielversprechend. Die nicht auf schablonenhaftes Personalmarketing sondern auf authentische Kommunikation angelegte Strategie spricht Jugendliche an. Und zwar beiderlei Geschlechts. Das kommt den Interessen unserer Mitgliedsunternehmen sehr entgegen, die nicht nur Männer an den Maschinen sehen wollen. So gibt es in den Technikberufen der Wellpappenindustrie immer mehr Frauen im Blaumann – wie etwa Natalia Yasepova, die gerade eine Ausbildung zur Packmitteltechnologin macht und ihre Erfahrungen in die VDW-Kampagne eingebracht hat. Was sie besonders motiviert, sind die vielseitigen Aufgaben und der Stolz auf ein nützliches und im Supermarkt oder Einkaufszentrum allgegenwärtiges Produkt. Es muss also nicht immer Einzelhandelskauffrau sein.

 

Die erwähnten Internet-Adressen sind:

www.facebook.com/Ausbildung.Wellpappenindustrie und

www.wellpappen-industrie.de/ausbildung/

 

Der Autor ist Geschäftsführer des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.V.

 

Bildmaterial finden Sie in unserer Bilddatenbank.

Drucken Download Word Download PDF RSS

Martin Petrich

Pressekontakt

Martin Petrich

Tel.: +49 6151 9294-23
E-Mail