12.06.2013 – Wellpappe Report 2/2013

Wellpappenindustrie leistet Beitrag zur Nachhaltigkeit

Nachwachsende Rohstoffe, geschlossener Stoffkreislauf, geringes Gewicht und hohe Schutzwirkung – das sind Merkmale, mit denen sich Wellpappe in der Öffentlichkeit einen guten Ruf als nachhaltiges und ökologisch vorteilhaftes Verpackungsmaterial erworben hat. Rund drei Viertel der Verbraucher – so eine Untersuchung der Gesellschaft für Konsumforschung – attestieren Wellpappe und anderen Verpackungen auf Papierbasis ökologische Vorteile. Die meisten achten sogar beim Einkauf gezielt auf die Umwelteigenschaften der Verpackung. Doch nicht nur mit ihrem Produkt, auch mit dem Herstellungsprozess von der Rohstoffbeschaffung bis zur Anlieferung an die Verpackungslinien unterschiedlichster Kunden punktet die Wellpappenindustrie in Sachen Nachhaltigkeit und Ökologie.

 

Kohlendioxid-Ausstoß deutlich reduziert

Wenn es um Nachhaltigkeit geht und damit die Bewahrung der Lebensgrundlagen für kommende Generationen, spielen Umweltthemen wie die fortschreitende  Klimaerwärmung eine herausragende Rolle. Die Stellschraube, an der Industrieunternehmen drehen können, um unerwünschte Klimaeffekte zu begrenzen, ist der Kohlendioxid-Ausstoß – insbesondere in Folge von Energieverbrauch. Mit einer Reduzierung ihrer durchschnittlichen CO2-Emissionen um 4,8 Prozent im Zeitraum zwischen 2009 und 2011 erzielte die europäische Wellpappenindustrie in dieser Hinsicht eine deutliche Verbesserung. Noch stärker, nämlich um 11,7 Prozent war der CO2-Fußabdruck der Industrie bereits in den drei Jahren zuvor geschrumpft.

 

Diese Zahlen aus der „European Database for Corrugated Board Life Cycle Studies“ der europäischen Vereinigung der Wellpappenverbände (FEFCO) bestätigen, dass sich die Bemühungen der Industrie um reduzierten Energieeinsatz bei der Produktion auszahlen. Laut FEFCO haben die Hersteller von Wellpappenrohpapier auf Frischfaserbasis in den vergangenen Jahren besonders stark investiert, um den Energieverbrauch zu senken und alternative  Ressourcen zu nutzen, darunter Rohstoffe aus der Holzverarbeitung. Gleichzeitig, so die FEFCO, sei es der Industrie gelungen, den Einsatz gebrauchter Papierfasern für die Herstellung von Verpackungen zu steigern:  Im europaweiten Durchschnitt liegt danach der Anteil von Recyclingrohstoffen bei Wellpappenverpackungen inzwischen bei 85 Prozent. Das sind drei Prozent mehr als noch 2009.

 

Wie stark die Wellpappenhersteller den Trend zur Nachhaltigkeit vorantreiben, zeigt auch ein Blick auf die Berichterstattung unterschiedlicher Hersteller. So weist einer der weltweit größten Erzeuger von Wellpappe und papierbasierten Verpackungen nach, dass allein im Berichtszeitraum 2011 die CO2-Emissionen um 2,9 Prozent reduziert werden konnten, seit 2005 sind es über 12 Prozent. Für die Energieerzeugung nutzt dieses Unternehmen zu 42 Prozent erneuerbare Energieträger – eine Steigerung um neun Prozent seit 2007. Besonderes Augenmerk richtet man auf das Wassermanagement: 90 Prozent des für die Papierherstellung benötigten Grundstoffs fließen gereinigt wieder in das öffentliche Wasserversorgungssystem zurück. Gleichzeitig wird der Wasserbedarf ständig reduziert.

 

Ähnlich zeigt sich das Nachhaltigkeitsprofil eines für die deutsche Branchenstruktur eher typischen Mittelständlers aus Hessen: Im Zeitraum von 2009 bis 2011 konnte dieser Wellpappenhersteller seinen Energieverbrauch um 5,6 Prozent und seinen Frischwasserverbrauch um 13,1 Prozent verringern. Das ohnehin im Vergleich zum Materialeinsatz geringe Abfallaufkommen schrumpfte um gut fünf Prozent. Als besonderen Service bietet die Firma ihren Kunden einen CO2-Kalkulator an. Damit können die Verwender von Wellpappenverpackungen und -displays vergleichen, wie viel des klimaschädlichen Gases bei Rohstofferzeugung, Herstellung, Lagerung und Distribution unterschiedlicher Verpackungslösungen entsteht.

 

Ständige Verbesserungen bringen Umweltvorteile

Allen VDW-Mitgliedsunternehmen gemeinsam ist das Bestreben, durch Verpackungsoptimierung Umweltvorteile zu erzielen. Um beispielsweise wertvollen Raum auf Lkw oder in Seecontainern zu nutzen, bietet das Material Wellpappe immer wieder verblüffende Lösungen. Vor allem für weltweit vernetzte Branchen wie die Automobilindustrie sind Ersparnisse beim Transportaufwand ökologisch und ökonomisch besonders wertvoll. So liefert ein deutscher Hersteller Sitzrahmen für Autositze, die in Tokio zusammengebaut werden. Die entsprechende Verpackungsinnovation aus Wellpappe kann aufgrund der Innenkonstruktion auf zusätzliches Polster- und Füllmaterial verzichten und wiegt nur noch die Hälfte. Statt der bislang 20 passen nun 32 Sitzrahmen in eine Versandeinheit. Ergebnis: Die Seefrachtcontainer können um 15 Prozent besser ausgelastet werden.

 

Auch im Konsumgüterbereich finden ständige Verbesserungen an der Wellpappenverpackung statt. Wie zum Beispiel bei einer Transport- und Regalverpackung für Wurstwaren. Hier ging es vor allem darum, mit wenig Materialeinsatz die Stapelbarkeit der Trays deutlich zu erhöhen und damit Transport- und Lagerfläche besser zu nutzen. Die Lösung bestand in diesem Fall in einer Materialinnovation, nämlich zwei kreuzkaschierten, also um 90 Grad gedrehten und miteinander verleimten Wellen. Damit wurde die Verpackung nicht nur geringfügig schmaler, sondern auch um zwei Stapellagen belastbarer. Auch in diesem Fall trägt die Wellpappe langfristig zu spürbaren Effizienzgewinnen in der Lieferkette und damit zu einer Reduzierung der CO2-Belastung bei.

 

Langfristige Ziele, solide Unternehmensführung

Mit hohen Investitionen von der Rohstoffbeschaffung über die Herstellung bis zur Produktinnovation leisten Wellpappen-Unternehmen in Deutschland und Europa also einen erheblichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Viele der Wellpappenhersteller setzen nicht nur auf ökologischen Fortschritt, sondern engagieren sich darüber hinaus auch bei sozialen oder Bildungsprojekten in ihrem jeweiligen Umfeld. Dass auch eine solide und an langfristigen Zielen orientierte Unternehmensführung zur Nachhaltigkeit zählt, lässt sich an der Branche beispielhaft aufzeigen. Ein Indiz dafür ist die trotz hoher Kostenbelastung und erheblichem Produktivitätsgewinn seit vielen Jahren konstant hohe Beschäftigtenzahl.

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Martin Petrich

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