06.12.2011 – Wellpappe Report 4/2011

Joghurts bester Freund

Was das Wellpappen-Tray für Molkereiprodukte leistet

 

Ob als Snack für zwischendurch, als Dessert oder als kleiner Helfer, um die Abwehrkräfte zu stärken und die Verdauung anzuregen – in der Beliebtheitsskala der gefragtesten Lebensmittel steht Joghurt seit vielen Jahren bei deutschen Verbrauchern ganz oben. Wer heute im Supermarkt vor dem Kühlregal mit Molkereiprodukten steht, findet Geschmacksrichtungen und Zubereitungen für unterschiedlichste Geschmäcker. Entsprechend vielfältig sind auch die Verpackungsmaterialien, -formen und -größen des im Branchenjargon salopp „Mopro" genannten Sortiments. Das reicht vom schlichten Polystyrol-Becher über Glas und Verbundlösungen aus Kunststoff und Pappe bis zu neuartigen, biologisch abbaubaren Kunststoffen. Ihren Weg ins Kühlregal finden aber nahezu alle Joghurt-Produkte in einem Verpackungsklassiker, der beispielhaft den Nutzwert intelligenter Transport- und Regalverpackung anschaulich macht: dem Joghurt-Tray.

 

Das englische Wort Tray für Tablett verweist auf das grundlegende Konstruktionsprinzip dieser Verpackungsform: Die Waren werden auf einer Bodenplatte mit einem je nach Produkt unterschiedlich hohen Rand transportiert. Damit Joghurts, Milchdrinks oder Sahne während des Transports ohne zu verrutschen sicher auf dem Tray stehen, sind sie in der Regel außerdem in einer gelochten Deckplatte fixiert. Die nach diesem Prinzip aufgebauten Lochsteigen können auf einen Deckel als zusätzlichen Schutz verzichten, Joghurt & Co reisen also „oben offen" in die Kühlregale des Handels.

 

Effiziente Logistik

Im Hinblick auf ihre Leistungsbilanz sind Joghurt-Trays kaum zu übertreffen: Die Stanzverpackungen bestehen meist aus einem einzigen Wellpappenbogen, der bereits mit den entsprechenden Aussparungen und Rilllinien zum automatisierten Aufrichten und Bestücken mit Produkten versehen ist. Die Molkereien erhalten die Verpackungen planliegend und damit platzsparend angeliefert. Aufrichten, Fixieren der Verpackung mit Klebepunkten und Bestücken mit Bechern mittels eines sogenannten Setzpackers sind die folgenden Arbeitsschritte. Anschließend tritt die Ware nach kurzem Zwischenstopp im Kühllager die Reise zu den Zentrallägern und schließlich zu den Läden an.

 

Trotz des geringen Materialaufwands lassen sich die Joghurt-Trays auf Europaletten meterhoch stapeln, so dass der Raum auf der Ladefläche des Lkw gut genutzt ist. An seinem Bestimmungsort muss das Tray schließlich ebenfalls erheblichen Belastungen standhalten, etwa wenn ein Supermarkt-Mitarbeiter mit einem Griff eine Steige mit 20 Fruchtjoghurts im Kühlregal platziert. Obwohl die eingesetzten Wellpappensorten immer dünner und damit leichter werden, verhindert die Verwindungssteifigkeit der Konstruktion, dass das Tray sich beim Einräumen durchbiegt oder einknickt.

 

Trend zu hochwertiger Bedruckung

In den Verkaufsstellen zeigt das Joghurt-Tray auch seine kommunikativen Talente: „Die Funktionen eines Trays werden in vielen Fällen unterschätzt. Es muss nicht nur die Grundanforderungen guter Transportverpackung erfüllen, wie den Schutz des Produkts und gute Stapelfähigkeit. Heute werden Trays ebenfalls für die Kommunikation genutzt." So beschreibt ein international tätiger Wellpappenhersteller die Möglichkeiten, Tray-Verpackungen als wirksame Marketinginstrumente einzusetzen. Beim Kampf um die Aufmerksamkeit des Verbrauchers zählen insbesondere ein auffälliger Markenauftritt und zusätzliche visuelle Impulse wie Produktbilder oder appetitlich in Szene gesetzte Erdbeeren, Pfirsiche oder Vanilleschoten. Moderne Drucktechniken der Wellpappenindustrie haben längst dafür gesorgt, dass auch im Mopro-Regal Farbe und brillante Druckbilder Einzug gehalten haben.

 

Der Mitarbeiter eines norddeutschen Wellpappenunternehmens beobachtet eine große Bandbreite an Kundenwünschen: „Das anzutreffende Spektrum ist sehr groß, vom einfachsten Nummerndruck bis zum hochwertigen Druck im Offset, Postprint und Preprint, mit und ohne Lack. Als Trend lässt sich allerdings beobachten, dass die Druckanforderungen für Molkereiprodukte insgesamt steigen."

 

Verpackung als Verkaufshilfe

Aber die Kreativität der Marketingabteilungen macht auch vor der ganz auf Effizienz getrimmten Grundkonstruktion nicht Halt. So gibt es neben Standardgebinden à 20 Becher auch teilbare Lochsteigen, etwa für 6 oder 12 Joghurts, wobei die 6er Steige meist für große Becher Verwendung findet. Eine besonders verbraucherfreundliche Idee ist das Tray für acht Becher mit eingearbeitetem Papp-Henkel, damit der Verbraucher seinen Wochenbedarf leicht nach Hause tragen kann. Ein französischer Hersteller setzt bei den kleinen Bechern seines probiotischen Joghurts auf zwei mal fünf 4er Einheiten in einem „frontseitig komplett offenen Tray, das trotzdem den Strapazen des Transports standhält". Direkter Blick auf das Produkt und vereinfachte Entnahme waren bei der Entwicklung dieser Transportverpackung maßgeblich. Die zusätzliche Leistung der Transportverpackung als Verkaufshilfe im Regal gilt unter der Bezeichnung „Shelf Ready Packaging" bei Fachleuten als einer der wichtigsten Verpackungstrends der letzten Jahre.

 

Bilder zum Artikel:

Der Klassiker aus dem Lehrbuch: Joghurt-Tray nach FEFCO Code 0446 A für 20 Becher – Download hier.

Marken lieben Wellpappe: Das Joghurt-Tray als Marketinginstrument – Download hier.

Preisgekröntes Bechertray: 25 Prozent Materialersparnis gegenüber herkömmlichen Trays – Download hier.

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