26.05.2011 – Wellpappe Report 2/2011

Sicherer Transport für frische Produkte

Wellpappenverpackungen sorgen für das richtige Klima

 

Braune Bananen, gelblicher Brokkoli, matschige Erdbeeren: Jedes Jahr landen weltweit rund 35 Prozent aller verderblichen Lebensmittel auf dem Müll – weil sie während des Transports nicht ausreichend gekühlt wurden. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Logistikexperten der Jacobs University, Bremen. Sie betrachteten die Kühlketten im Lebensmitteltransport und fanden heraus, dass unterwegs schon geringe Temperaturschwankungen ausreichen, um die Qualität von Frischeprodukten stark zu beeinträchtigen. Es kommt also auf konstante Kühlung an – und auf Verpackungen, die das Packgut mit ihrer Isolierwirkung auch bei kurzfristig unterbrochener Kühlkette vor unerwünschter Erwärmung schützen.

 

Cool bleiben mit Trockeneis-Pads

Ihre Eignung als Kühlverpackung ist der Wellpappe in die Wiege gelegt. Durch ihre konstruktiven Eigenschaften mit unterschiedlichen Papierlagen und eingeschlossener Luft dazwischen, bietet Wellpappe beste Isoliereigenschaften. Um auf die notwendige Temperatur kühlungsbedürftiger Produkte zu kommen, bedarf es jedoch mehr. Besondere Kühleinlagen im Innern der Verpackung – zum Beispiel Trockeneis-Pads – sorgen für das richtige Klima. Speziell konstruierte Wellpappenverpackungen enthalten Fächer für diese Elemente, die sich über oder unter dem Inhalt befinden.

 

Ein System, das bereits 2002 vom Verband der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW) mit dem Innovationspreis „Goldene Welle" ausgezeichnet wurde, verdeutlicht die konstruktiven Möglichkeiten, die der Packstoff bietet: Mit einer Verpackung in der Verpackung wird der handelsgerechte Transport von Fleisch, Wurstwaren, Käse oder Confiserie-Produkten gewährleistet. Ein Stegsatz fungiert als Abstandhalter und sorgt dafür, dass sich die innere und äußere Verpackung nicht direkt berühren.

 

Im Zwischenraum zirkuliert gekühlte Luft, für die notwendige Kühlung sorgen Trockeneis-Einlagen, die im oberen Bereich der Verpackung in einem separaten Fach untergebracht sind – ohne direkten Kontakt mit dem Packgut. Sie haben eine Temperatur von fast minus 80 Grad Celsius und bewirken, dass bei einer Außentemperatur von maximal 22-23 Grad Celsius die Lebensmittel ca. 24 Stunden lang konstant auf unter 8 Grad Celsius gekühlt werden. Dieses Prinzip findet aber nicht nur im Einzelversand Anwendung. Auch größere Lieferungen in speziellen Großraumverpackungen aus Schwerwellpappe sind möglich. Im sogenannten „Freezetainer" – der Speziallösung eines Wellpappenherstellers – können bis zu 1.000 Kilogramm an Frische- und Tiefkühlprodukten transportiert werden.

 

Mehr als Kälte gefragt

Kühlverpackungen für Frischeprodukte sorgen aber nicht nur für die erforderlichen Temperaturen im Innern. Sie müssen ihre Inhalte auch vor Verschmutzung, Befall von Mikroorganismen sowie Geruchs- und Geschmacksbeeinflussung schützen. Damit sie all diese Anforderungen erfüllen, können Imprägnierungen und Beschichtungen nötig sein. Kein Problem bei Wellpappe, denn Außendecke, Innendecke und Wellenbahn können je nach Bedarf entsprechend behandelt werden.

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