10.12.2010 – Wellpappe Report 4/2010

Forum Wellpappe 2010: Öko-Effizienz im Fokus

„Die Wellpappe ist ein Wertpapier." Die griffig formulierte Aussage des VDW-Vorsitzenden Dr. Jan Klingele prägte in diesem Jahr thematisch das Forum Wellpappe auf der FachPack.

 

Im Rahmen der Veranstaltung beleuchteten Vertreter aus Wissenschaft, Konsumgüterindustrie und Logistik die ökonomischen und ökologischen Vorteile des Packstoffs. Vor rund 350 Gästen bescheinigten sie der Wellpappe eine besonders hohe Öko-Effizienz.

 

Zeichen setzen für Umweltverträglichkeit

„Jedes zweite Logistik-Unternehmen spürt den Druck der Verbraucher, ihre Waren umweltschonend zu transportieren", erklärte Dr. Klingele und bezog sich auf eine forsa-Umfrage vom März 2010. Daher müssten Unternehmen die richtigen Entscheidungen in Verpackungsfragen treffen und Verbraucher über ihr umweltfreundliches Handeln informieren. Als Beispiel nannte er das Öko-Signet des VDW: „Mit der Botschaft 'Verpackung aus Wellpappe – nachwachsende Rohstoffe – vollständiges Recycling' demonstrieren die Verwender ihr Umweltbewusstsein. Sie sprechen Verbraucher an, die verstärkt auf Ökologie achten und Kaufentscheidungen immer häufiger von den ökologischen Eigenschaften der Verpackungen abhängig machen".

 

Dr. Siegried Kreibe, stellvertretender Geschäftsführer des bifa Umweltinstituts, bestätigte die besonderen Umweltvorteile des Packstoffs: „Wellpappe weist ein ausgesprochen hohes Ökoeffizienzniveau auf", erläuterte der Wissenschaftler anhand einer Studie, die er im Auftrag der bayerischen Landesregierung durchgeführt hat. Demnach seien die ökologischen Auswirkungen der Wellpappe überraschend gering: „Die jährlich in Bayern verbrauchten Mengen unbedruckter Wellpappenverpackungen auf Altpapierbasis sind für weniger als 0,1 Prozent der in Bayern verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich."

 

Verbraucher wollen Verpackungen aus Wellpappe

Von einer klaren Präferenz berichtete Thomas Bachl, Geschäftsführer der GfK Panel Services, in seinem Vortrag: „Verbraucher bevorzugen papierbasierte Verpackungen." Nach einer im November 2009 veröffentlichten GfK-Untersuchung halten 79 Prozent der befragten Konsumenten die Materialien Papier und Karton für umweltfreundlicher als Plastik. „Die Hälfte der Befragten erklärte, dass eine Verpackung so wenig Plastik wie möglich enthalten solle. Knapp 16 Prozent sind sogar bereit, einen höheren Preis für eine umweltfreundliche Verpackung zu zahlen", so Bachl. Ein weiteres Resultat seiner Studie: Für insgesamt drei Viertel der Befragten sei es wichtig, dass Verpackungen recycelbar sind.

 

Christoph Hahn-Woernle griff das Thema Grüne Logistik auf und forderte eine effizientere Ausnutzung von Transportraum. Der Geschäftsführende Gesellschafter des Intralogistik-Spezialisten viastore systems sprach sich dafür aus, den Einsatz von Verpackungen noch besser zu planen: „Bei vielen Lkw und Bahnwaggons werden nicht mal zehn Prozent des Ladevolumens genutzt. Die Um- oder Versandverpackungen der Produkte sind häufig zu groß." Das Ziel müsse daher sein, den Transport verpackter Luft zu minimieren – zum Beispiel mit Hilfe geeigneter Warehouse-Management-Systeme und entsprechender Verpackungen: „Wellpappe bietet alle Möglichkeiten für eine effiziente Logistik. Sie müssen nur ausgeschöpft werden."

 

Die Dr. C. SOLDAN GmbH nutzt das Potenzial der Wellpappe, um ihre auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Firmenphilosophie zu unterstreichen. Der Hersteller von Bonbonspezialitäten druckt das VDW-Umweltzeichen seit 2009 auf die Transportverpackungen seiner Marke Em-eukal. „Wir verwenden für die Herstellung unserer Premiumbonbons ausschließlich natürliche Aromen und Rohstoffe. Unserem ganzheitlichen Ansatz folgend soll sich diese Philosophie auch in der Verpackung widerspiegeln", betonte Wolfgang Siegel, Leiter Marketing und Kundendialog. Das Signet betrachtet er als Gütesiegel, mit dem sein Unternehmen verdeutlicht, dass es seiner Verantwortung gegenüber der Umwelt gerecht wird.

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Martin Petrich

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