20.05.2010 – Wellpappe Report 2/2010

Green Logistics mit Wellpappensteigen

Nach einer forsa-Umfrage vom März 2010 unter Entscheidern der Konsumgüterindustrie und des Einzelhandels wird Green Logistics immer mehr zum Wettbewerbsfaktor bei deutschen Unternehmen.

 

Jedes zweite der befragten Unternehmen spürt den Druck der Verbraucher, Waren umweltschonend zu transportieren. Oft konzentrieren sich Handel und Konsumgüterhersteller darauf, Transport- und Logistikunternehmen in die Pflicht zu nehmen und beispielsweise Nachweise der CO2-Emissionen zu verlangen. Im Bereich der Obst-und-Gemüse- Logistik hat es der Einzelhandel über die Wahl des effizienteren Verpackungssystems selbst in der Hand, logistische Prozesse umweltfreundlicher – und gleichzeitig wirtschaftlicher – zu gestalten: mit der Entscheidung für Obst- und Gemüsesteigen aus Wellpappe.

 

Wellpappe ist kostengünstiger

Die ökonomischen Fakten sind klar. Eine Studie des britischen Beratungsunternehmens Ceres Logistics aus dem Jahr 2007 belegt, dass das Einwegsystem mit Wellpappe dem Kunststoffkisten-Pooling überlegen ist. Die Experten haben in verschiedenen Szenarien den Transport von Tomaten, Kartoffeln, Erbsen und Gurken untersucht und festgestellt: In allen untersuchten Fällen bietet die Einweglösung mit Wellpappe die günstigere Alternative. Die Kostenvorteile bewegen sich zwischen 8 Prozent bei Gurken und 41 Prozent bei Erbsen. Eine besondere Betrachtung der Transportkosten hat ergeben, dass sie durch das Mehrwegsystem unnötig hoch getrieben werden. Laut Studie machen sie beim Einsatz von Kunststoffkisten zwischen 32 und 39 Prozent der gesamten Logistikkosten aus, während der Anteil bei der Nutzung von Wellpappe nur bei 21 bis 30 Prozent liegt. Die Ursache dafür liegt im geringeren Volumennutzungsgrad der Kunststoffkisten, der mehr Lkw-Fahrten erforderlich macht.

 

Nicht nur umweltbelastende Leerfahrten, die systembedingt beim Mehrweg-Pooling anfallen, treiben also Kosten und CO2-Emissionen hoch, sondern auch die schlechtere Ausnutzung des Transportraums. Das liegt an der mangelnden Variabilität der Kunststoffkisten, die nur in wenigen festgelegten Höhen verfügbar sind. Dagegen können Wellpappensteigen in der Höhe exakt dem jeweiligen Packgut angepasst werden. Für Gurken reichen 80 mm, während Melonen deutlich höhere Seitenwände benötigen. Folgerichtig haben die britischen Logistikexperten herausgefunden, dass Wellpappensteigen den Transportraum im Lkw mit 91 bis 98 Prozent wesentlich effizienter nutzen als Kunststoffkisten: Die kommen nur auf 66 bis 81,5 Prozent. Beim Einsatz von Wellpappe wird also weniger Laderaum benötigt. Die Folge: Weniger Lkw auf der Straße.

 

Effizienz mit Common Footprint

Eine wesentliche Grundlage der ermittelten Effizienzvorteile von Wellpappenverpackungen im Obst- und Gemüsesegment ist der Common Footprint (CF). Mit seinen einheitlichen und untereinander kombinierbaren Modulmaßen strukturiert dieser europaweite Standard für Obst- und Gemüsesteigen aus Wellpappe die prinzipiell unendliche Vielfalt von Wellpappenverpackungen im Hinblick auf eine möglichst Platz sparende und sichere Logistik. CF-Steigen orientieren sich in ihren Abmessungen an den Grundflächen von Europaletten und anderen üblichen Palettiersystemen. Damit ist gewährleistet, dass die Fläche des Ladungsträgers optimal genutzt wird, ohne Lücken oder Überhänge. Die gebräuchlichsten Grundmaße in der Obst- und Gemüselogistik sind 600 x 400 mm und 400 x 300 mm – ideal zu stapeln auf Europaletten, die jeweils 1.200 x 800 mm messen. Dabei bleibt die Höhe der Steigen flexibel und kann für jede Fruchtart maßgeschneidert werden. Spezielle Stapelhilfen gewährleisten darüber hinaus eine hohe Stabilität und sorgen für einen sicheren Transport ohne Schäden.

 

Die Erkenntnisse der britischen Studie zur Umweltverträglichkeit werden durch eine Untersuchung aus Spanien gestützt. Die IESE Business School der Universität von Navarra hat 2008 mit einer Lebenszyklusanalyse einen Systemvergleich zwischen Kreislaufverpackungen aus Wellpappe und Mehrweg-Kunststoffbehältern durchgeführt. Das wichtigste Ergebnis: Ein vollständiger Austausch von Kunststoff-Mehrwegkisten durch Wellpappenverpackungen würde die jährlichen CO2-Emissionen, die bei Herstellung, Verarbeitung, Distribution, Einsatz und Entsorgung / Wiederverwertung der Verpackungen in Spanien anfallen, um 133.480 Tonnen reduzieren. Diese Menge entspricht dem Kohlendioxid-Ausstoß von 78.518 Autos, die regelmäßig am Straßenverkehr teilnehmen.

 

Fazit: Mit der Entscheidung für Verpackungen aus Wellpappe zum Transport von Obst und Gemüse kann der Einzelhandel Kraftfahrzeuge von der Straße holen, klimaschädliche Emissionen reduzieren, einen relevanten Beitrag zur Grünen Logistik leisten – und Kosten reduzieren.

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Martin Petrich

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