01.12.2009 – Wellpappe Report 4/2009

Forum Wellpappe 2009

Nachhaltig wirtschaften: natürlich mit Wellpappe

 

„Der Begriff Nachhaltigkeit kommt aus der Forstwirtschaft und bedeutet Bestandserhaltung – so gesehen ist Wellpappe ein vernünftiger Packstoff, der als nachhaltig bezeichnet werden kann." Mit dieser Einschätzung brachte Dirk Maxeiner, freier Publizist und Bestseller Autor („Das Lexikon der Öko-Irrtümer"), das Ergebnis des Forum Wellpappe auf der FachPack 2009 auf den Punkt. 340 Gäste informierten sich auf der Kundenveranstaltung des Verbands der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW) unter der Moderation des ZDF-Journalisten Michael Opoczynski zum Thema „Nachhaltig wirtschaften: natürlich mit Wellpappe".

 

„Mythos Mehrweg"

Von „Mythen-Jäger" Maxeiner erfuhren die Teilnehmer, dass in der aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte häufig keine Argumente ausgetauscht werden, sondern menschliches Verhalten in „gut" und „böse" eingeteilt werde. So handle es sich auch bei der einseitigen Bevorzugung von Mehrweg durch die Politik eher um ein „Glaubensbekenntnis, das den Fakten nicht standhält". Beim Verbraucher zeigten solche ideologisch geprägten Werturteile schließlich Wirkung: „Bei Mehrweg haben die Leute das Gefühl, es entstehe kein Abfall. Als wenn Flaschen zum Beispiel in einem unendlichen Kreislauf niemals ausgetauscht würden oder kaputt gingen. Dass der Transport leerer Verpackungen ebenfalls Ressourcen verbraucht, wird nicht wirklich realisiert."

 

Maxeiner warnte nachdrücklich vor quasi-religiösem Eifer in Sachen Klima- und Umweltschutz, den er „Ökologismus" nennt. Unternehmen aus Industrie und Handel, die es ernst meinen mit dem Umweltschutz, sollten sich nicht von derartigen Ideologien beeinflussen lassen: „Es gibt eine einfache Richtschnur für umweltorientiertes Handeln: Man soll sich an den Fakten orientieren und nicht an irgendwelchen Glaubensbekenntnissen. Gerade Ökobilanzen enden oft in Welterklärungsmodellen. Hier werden Kausalketten aufgebaut, die am Ende nicht mehr nachvollziehbar sind. Wenn beispielsweise die Klimaschädlichkeit eines Kopfsalates berechnet wird, dann komme ich nicht mehr mit."

 

Wirtschaftlicher Vorteil der Wellpappe

Prof. Klaus Töpfer, der ehemalige Bundesumweltminister und „Vater der Verpackungsverordnung", sieht Berechnungsmodelle zum Klimaschutz weniger kritisch. In seiner Videobotschaft begrüßte er die Angabe ökologischer Kennziffern wie dem Carbon Footprint von Verpackungen: „Es ist immer wichtig, dass Konsumenten ausreichend informiert werden, zum Beispiel durch Kennzeichnungen auf Verpackungen. Wellpappe ist bestens zur Kommunikation von Botschaften geeignet. Das betrifft nicht nur Produktangaben, sondern auch Informationen zur Umweltverträglichkeit und zum Carbon Footprint. Wir dürfen die Natur nicht übernutzen, vor allem nicht vor dem Hintergrund der Klimaveränderung. Daher ist es gut zu wissen, wie viel CO2 mit einem Produkt verbunden ist."

 

Unter den am Markt konkurrierenden Verpackungsmaterialien weist Töpfer zufolge die Wellpappe einige entscheidende Vorteile auf: „Wellpappe verursacht niedrige Kosten bei Wiederverwertung und Recycling und bietet damit einen marktwirtschaftlichen Vorteil. Das entspricht den Intentionen der Verpackungsverordnung. Außerdem wollten wir grundsätzlich Abfall vermeiden. Wir brauchen daher die Kreislaufwirtschaft und müssen dazu beitragen, dass Materialien, die aus erneuerbaren Rohstoffen bestehen und leicht wiederzuverwerten sind, einen ökonomischen Vorteil haben."

 

Lohas schätzen Umweltverträglichkeit

Prof. Matthias Franz von der Hochschule der Medien in Stuttgart analysierte zunächst den Begriff „Nachhaltigkeit" und kam zu demselben Ergebnis wie Maxeiner: „Wellpappe erfüllt die Anforderungen an Nachhaltigkeit, da sie auf nachwachsenden Rohstoffen – nämlich Faserstoffen und Stärkeleim – basiert." Wellpappe komme damit den Anforderungen einer immer größer werdenden Verbraucherspezies entgegen: den Lohas. „Der Name steht für Menschen mit einem Lifestyle of Health and Sustainability und bezeichnet eine Konsumentengruppe, die sowohl umwelt- als auch qualitätsbewusst ist", erläuterte Franz. „Lohas sind im permanenten Dilemma, vor jeder Kaufentscheidung den möglichen Nutzen für die Umwelt gegen den persönlichen Nutzen abzuwägen. Sie formulieren neue Ansprüche an Gestaltung und ethische Werte von Produkten und ihren Verpackungen. Die geforderten Attribute heißen grün, gesund, nachhaltig und fair." Das sei gut für die Wellpappe, denn in puncto Umweltverträglichkeit stehe sie in der Verbrauchergunst mit anderen papierbasierten Verpackungen sowie Holz ganz oben.

 

Ökologisch Position beziehen

Die Präferenz der Verbraucher konnte Norbert Julius, der Vorsitzende des VDW, bestätigen: Eine aktuelle Studie von ACNielsen belege, dass Verbraucher beim Einkauf Verpackungen bevorzugen, die biologisch abbaubar, recyclingfähig und einfach zu entsorgen seien. „Diesen Anforderungen genügt Wellpappe spielend", so Julius. „Unser Packstoff weist exakt die Vorteile auf, die beim Verbraucher gefragt sind. Der vorbildliche Stoffkreislauf der Wellpappe trägt zur Schonung natürlicher Ressourcen bei. Nahezu 100 Prozent der gebrauchten Wellpappe werden wiederverwertet und etwa 80 Prozent der in Deutschland eingesetzten Wellpappenrohpapiere bestehen aus Recyclingmaterial."

 

Im Hinblick auf die Kommunikation dieser Vorteile wies Julius auf eine interessante neue Möglichkeit für Nutzer von Wellpappenverpackungen. Handel und Konsumgüterhersteller können jetzt mit einem für jeden klar verständlichen Verpackungsaufdruck über die Umweltverträglichkeit der Wellpappe informieren. „Das beim VDW kostenfrei abrufbare Öko-Signet bringt die ökologischen Vorteile des Packstoffs mit der Formel ‚Verpackung aus Wellpappe – nachwachsende Rohstoffe, vollständiges Recycling' auf den Punkt", so Julius. „Mit diesem Aufdruck auf der Wellpappenverpackung können verpackende Unternehmen Verantwortungsbewusstsein demonstrieren und eindeutig ökologisch Position beziehen."

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Martin Petrich

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