21.09.2009 – Wellpappe Report 3/2009

"Handelsgerechte Verpackungen sind idealerweise aus Wellpappe"

Interview mit Udo Bratke, Leiter des EDEKA Aktiv-Markts an der Königsstraße in Bornheim bei Bonn

 

Herr Bratke, Ihre Mitarbeiter bestücken jeden Tag die Regale Ihres Markts. Wie kann eine handelsgerechte Regalverpackung Ihnen und Ihren Mitarbeitern diese Arbeit erleichtern?

Udo Bratke: Mit der richtigen Verpackung können wir vor allem Zeit sparen. Das ist wichtig, da die Mitarbeiter, die mit dieser Arbeit betraut werden, häufig Aushilfen sind. Eine handelsgerechte Verpackung minimiert aber auch das Risiko von Beschädigungen des Produkts und erleichtert eine attraktive Warenpräsentation.

 

Das Blue Book der Handelsinitiative ECR Europe definiert für Shelf Ready Packaging (SRP) fünf Eigenschaften: Easy Identification, Easy Open, Easy Dispose, Easy Shelf und Easy Shop. Welche Faktoren halten sie für besonders wichtig? Wo liegt für Sie der höchste Effizienzgewinn?

Aus meiner Sicht ist die einfache Öffnung besonders wichtig. Die Deckel sollen ohne Messer leicht zu entfernen sein; ideal ist ein Aufreißfaden. Der Gebrauch von Messern führt fast immer dazu, dass die Ware beschädigt wird. Bevor die leicht zu entfernenden Deckel eingeführt wurden, ist es oft geschehen, dass beim Öffnen der Transportverpackungen die Produktverpackungen mit dem Messer eingeschnitten wurden. Das bedeutete Mehrkosten, die inzwischen mit einem guten Öffnungssystem zu vermeiden sind.

 

Sind Verpackungen aus Wellpappe aus Ihrer Sicht nützlich für den Einzelhandel?

Alle regalfertigen Kartons, die bei uns zum Einsatz kommen, sind ja aus Wellpappe – der Packstoff ist also offensichtlich ideal für handelsgerechte Verpackungen. Das Material lässt sich eben vielseitig gestalten. Das gilt nicht nur für den Einsatz beim Transport und im Regal, sondern auch bei Zweitplatzierungen.

 

Sie sprechen die vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten an. Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die Bedruckung?

Wellpappe kommt nur in meine Regale, wenn sie markengerecht gestaltet ist. In unserem Markt haben wir dafür einige schöne Beispiele. Die Chipstüten stehen zum Beispiel im Wellpappentray im Regal, weil es eine ordentliche Präsentation gewährleistet und durch die eindeutige Farbgebung schon von weitem die Aufmerksamkeit des Kunden weckt. Ähnlich verhält es sich auch mit quadratischen Schokoladentafeln und Tütensuppen – hier ist das Wellpappentray im Regal äußerst sinnvoll.

 

Eine markengerechte Gestaltung der Regalverpackung erleichtert Ihren Kunden also die Orientierung?

Wir haben 30.000 Artikel im Sortiment, da sind die Kunden dankbar für jede Orientierungshilfe. Zu uns kommen auch viele ältere Kunden. Für die ist es wichtig, dass durch das Tray im Regal bereits auf 2 bis 3 Meter Entfernung erkennbar ist, welche Kekse sich darin befinden. Die Markennamen auf den Produktverpackungen sind nämlich oft so klein, dass sie für diese Kunden nicht sofort zu erkennen sind. Ich sage immer: Was nicht ins Auge fällt, kann auch nicht gekauft werden.

 

Ist Wellpappe aus Ihrer Sicht einfach zu entsorgen?

Die gebrauchten Wellpappenverpackungen werden direkt hinter unserem Markt verpresst und vom Entsorgungsunternehmen abgeholt. Wir schätzen Einstoffverpackungen wie Wellpappenkartons, bei denen die verschiedenen Komponenten nicht aufwändig getrennt werden müssen.

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Martin Petrich

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