31.03.2009 – Wellpappe Report 1/2009

Wellpappenindustrie zeigt Standhaftigkeit in stürmischem Umfeld

„Alle reden von der Rezession – wir müssen das auch. Allerdings zeigen sich gerade jetzt auch unsere besonderen Stärken."

 

So fasste der Vorsitzende des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW), Norbert Julius die Lage seiner Branche anlässlich der Jahrespressekonferenz 2009 zusammen. Vor dem Hintergrund der angespannten konjunkturellen Lage habe sich die Wellpappenindustrie im vergangenen Jahr gut behaupten können. Zwar hätten sich die Absatzzahlen zeitgleich mit den Einbrüchen bei der Wirtschaftsleistung in Deutschland insbesondere gegen Ende 2008 deutlich abgeschwächt. Mit einem Absatzminus von 0,6 Prozent in 2008 sei die Wachstumsbremse aber „noch verträglich" ausgefallen. „Die Menge verkaufter Wellpappenerzeugnisse bewegt sich mit 8,5 Milliarden Quadratmetern noch deutlich über dem Niveau des Jahres 2006, als nach etlichen Jahren beständigen Wachstums erstmals die Acht-Milliarden-Quadratmeter-Marke überschritten wurde. Bei aller Unsicherheit geht unsere Branche dennoch mit einem breiten Kreuz in dieses Jahr, denn wir sind gut aufgestellt."

 

Vielseitiger Packstoff – standhafte Branche

Ausschlaggebend für die Standhaftigkeit der Branche im extrem turbulenten wirtschaftlichen Umfeld ist die Vielseitigkeit des Packstoffs Wellpappe und damit auch die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten und der Abnehmergruppen. So gleicht die kontinuierlich hohe Nachfrage nach Wellpappenverpackungen aus der Nahrungs- und Genussmittelbranche die deutlichen Einbußen bei höherwertigen Gebrauchsgütern, technologienahen Bereichen oder auch der Chemieindustrie aus. Während in vielen Industriebetrieben die Produktion zurückgefahren wird, kann die Ernährungswirtschaft nach Aussagen der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE) bis Ende Februar 2009 keine unmittelbar auf die Krise zurückzuführenden Umsatzeinbußen verzeichnen.

 

Auf der Ertragsseite haben zurückgehende Rohstoffkosten für Papier die über Jahre äußerst angespannte Lage etwas entschärft. So konnte die Wellpappenindustrie im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von 4,0 Prozent erzielen. Anlass für Entwarnung oder gar Euphorie sei allerdings nicht gegeben. „Mehrere aufeinanderfolgende Jahre hoher Kostenbelastung auf der Rohstoffseite bei vergleichsweise niedrigen Abgabepreisen für unsere Produkte haben tiefe Spuren in den Bilanzen unserer Mitgliedsunternehmen hinterlassen. Wenn die Unternehmen im letzten Jahr eine auskömmliche Rendite erzielt haben, müssen sie noch diese Rückstände aufarbeiten", so Julius. Außerdem sei ein Ende des aktuellen Zyklus bei den Papierpreisen vorhersehbar.

 

Gut gerüstet für den Wettbewerb

Im Wettbewerb gegen konkurrierende Packstoffe sieht sich die Wellpappenindustrie für die Zukunft sehr gut gerüstet. „Die Verbindung aus Vielseitigkeit und Effizienz mit beispielhafter Umweltverträglichkeit macht Wellpappe zum Packstoff einer verantwortungsbewussten, nachhaltigen Wirtschaft", ist sich der VDW-Vorsitzende sicher. Die in Deutschland eingesetzten Wellpappenverpackungen bestehen zu durchschnittlich 80 Prozent aus Recycling-Material. Nach Gebrauch werden die Verpackungen sortenrein erfasst und vollständig wiederverwertet. Wellpappenrohpapier aus Frischfaser – sogenannter Kraftliner – wird aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz erzeugt. Da beim Baumwachstum im Vergleich zum Holzgewicht fast doppelt so viel klimaschädliches Kohlendioxid aus der Luft gebunden wird, ist die Entscheidung für Wellpappe nach Überzeugung des VDW auch eine gute Wahl im Sinne des Klimaschutzes.

 

Wer Wellpappenverpackungen nutzt und seine Abnehmer auf die besonderen ökologischen Eigenschaften dieses Packstoffs aufmerksam machen will, kann dies ab sofort mit einem von der Wellpappenindustrie bereitgestellten Öko-Signet tun. Die Nutzung des Zeichens mit dem Hinweis „Verpackung aus Wellpappe – nachwachsende Rohstoffe, vollständiges Recycling" ist kostenfrei. Druckdaten und Hintergrundinformationen gibt es auf der Webseite des VDW unter www.wellpappen-industrie.de.

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Martin Petrich

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