31.03.2009 – Wellpappe Report 1/2009

Obst- und Gemüsesortiment: Wellpappe sorgt für Effizienz und Nachhaltigkeit

Die deutsche Obst-Hitliste 2008: Auf dem Spitzenplatz Äpfel, gefolgt von Bananen und Orangen – die Platzierungen sind seit Jahren ähnlich.

 

Durchschnittlich 83,6 Kilogramm frisches Obst kaufte jeder deutsche Haushalt im vergangenen Jahr. Dazu kommen noch 63,5 Kilogramm Frischgemüse, davon allein über 10 Kilogramm Tomaten, gefolgt von Möhren (etwa 8 Kilogramm) und Gurken (7 Kilogramm). Während der Verbrauch von Frischgemüse fast unverändert geblieben ist, ging der Obstkonsum um etwa drei Prozent zurück. Der Grund für diese Entwicklung liegt nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle für Erzeugnisse der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft GmbH (ZMP) in der unterschiedlichen Preisentwicklung: Während die Preise für Gemüse um ein Prozent zurück gegangen sind, mussten die Verbraucher für Obst tiefer in die Tasche greifen und durchschnittlich 6 Prozent mehr bezahlen.

 

Effiziente Logistik

Um verbraucherfreundliche Preise für Obst anbieten zu können und damit den Absatz stabil zu halten, achten Handelsunternehmen auf größtmögliche Effizienz der Geschäftsabläufe. Experten empfehlen, zu diesem Zweck einen kritischen Blick auf die Logistik zu werfen. „Mit der Gestaltung effizienter logistischer Prozesse kann der Handel in der Lieferkette ein erhebliches Einsparungspotenzial realisieren", sagt Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW). Der Einsatz modularer Transportverpackungssysteme aus Wellpappe ermöglicht eine optimale Ausnutzung des Transportraums und reduziert so die Anzahl der Lkw auf den Straßen.

 

Das Zauberwort heißt Common Footprint. Der europäische Verband der Wellpappenhersteller FEFCO hat diesen europaweiten Standard für Obst- und Gemüsesteigen aus Wellpappe auf der Fruit Logistica 2009 in Berlin vorgestellt. Steigen, die dem Common Footprint entsprechen, orientieren sich in ihren Abmessungen an den Grundflächen von Europaletten und anderen üblichen Palettiersystemen. Damit ist gewährleistet, dass die Fläche des Ladungsträgers optimal genutzt wird – ohne Lücken oder Überhänge. „Meistens werden in der Obst- und Gemüselogistik Steigen mit den Maßen 600 x 400 mm und 400 x 300 mm eingesetzt. Die lassen sich zum Beispiel ideal auf einer Europalette stapeln, die 1.200 x 800 mm misst", erläutert Angelika Christ, Geschäftsführerin der FEFCO.

 

Modularität und Flexibilität

Wellpappe gestattet eine flexible Wahl der Steigenhöhe, so dass etwa Wassermelonen in höheren Transportverpackungen reisen als Tomaten. Die optimale Anpassung der Verpackung an das Transportgut verhindert, dass weder im Lkw noch im Lager unnötig Raum verschwendet wird. Christ hält das für „einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Transportsystemen".

 

Auch in punkto Handling bietet der FEFCO-Standard echten Mehrwert. Standardisierte Positionen für Stege und Aussparungen an den Schmalseiten der Steigen sorgen für die optimale Stapelfähigkeit von Transportverpackungen verschiedener Hersteller aus unterschiedlichen Ländern. Christ: „Mehr als zwei Drittel der in Europa gehandelten Früchte werden heute in Verpackungen aus Wellpappe transportiert. Mit dem Common Footprint kann dieser Transport künftig noch effizienter gestaltet werden."

 

Vorteilhafte Umwelteigenschaften

Eine derart effizient gestaltete Logistik reduziert die Anzahl der eingesetzten Lkw und damit unter anderem den Treibstoffverbrauch. Das wirkt sich positiv auf die Kosten aus und verringert CO2-Emissionen. Ein Aspekt, der für den Einzelhandel eine wichtige Rolle spielt. „Große Handelsunternehmen und der Hauptverband des deutschen Einzelhandels haben zu Beginn des Jahres bestätigt, dass nachhaltiges Wirtschaften ein Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb darstellt", sagt Wolfrum. „Eine unter Umweltgesichtspunkten optimierte Logistik gehört dazu – und die kommt ohne den ökologisch vorteilhaften Packstoff Wellpappe nicht aus."

 

Wellpappe besteht aus nachwachsenden Rohstoffen. Unternehmen, die auf diesen Packstoff setzen, schonen also die beschränkten fossilen Ressourcen. In Deutschland wird Wellpappe fast vollständig stofflich wiederverwertet und übertrifft die gesetzlich vorgeschriebene Recyclingquote von 70 Prozent spielend. „Wellpappe ist ein vorbildliches Kreislaufprodukt und die Bezeichnung ‚Einwegverpackung' somit irreführend", erläutert Wolfrum. Darüber hinaus leistet die Erzeugung von Rohpapieren für die Wellpappenproduktion einen Beitrag zum Wachstum der Wälder. Nachhaltige Forstwirtschaft hat dazu geführt, dass der Waldbestand in Europa noch nie so groß war wie heute. Die Food and Agriculture Organisation (FAO) hat allein zwischen 2000 und 2005 einen Zuwachs von mehr als einer halben Million Hektar errechnet.

 

„Aktuelle Studien belegen, dass Verbraucher beim Einkauf nicht nur auf den Preis der Ware, sondern auch auf die Umweltverträglichkeit von Verpackungen achten", so Wolfrum. „Mit attraktiven ökologischen Vorteilen und vergleichsweise geringen Logistikkosten können Transportverpackungen aus Wellpappe also einen Beitrag dazu leisten, dass Verbraucher künftig wieder mehr Äpfel und Bananen in den Einkaufswagen legen."

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Martin Petrich

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