05.12.2008 – Wellpappe Report 4/2008

Verpackungs- und Designwettbewerb "Junge Welle"

VDW vergibt 5.000 Euro Preisgeld an kreative Nachwuchsdesigner

 

„Die Vielseitigkeit des Packstoffs Wellpappe ist für Nachwuchsdesigner offenbar eine echte Inspiration. Die Studierenden haben die schier unerschöpflichen Einsatzmöglichkeiten der Wellpappe um einige originelle Ideen ergänzt." Mit diesem Fazit blickt Dr. Oliver Wolfrum, Geschäftsführer des Verbands der Wellpappen-Industrie e. V. und Mitglied der Jury, auf die erfolgreiche erste Auflage des VDW-Verpackungs- und Designwettbewerbs „Junge Welle" zurück, den der Verband mit insgesamt 5.000 Euro dotierte. In Sommer stellte der VDW Studierenden der Fachrichtungen Verpackungstechnologie, Produkt- und Kommunikationsdesign sowie Gestaltung die Aufgabe, kreative Anwendungen des Materials zu entwickeln und innovative Wellpappenlösungen für Verpackungsfragen zu finden. „Diese Fragen sollten die Studierenden selbst aufwerfen, um den Gestaltungsspielraum möglichst offen zu lassen", erläutert Wolfrum einen wesentlichen Teil des Konzepts. Studierende von sieben Hochschulen aus dem ganzen Bundesgebiet sandten Wettbewerbsbeiträge für zwei Preiskategorien ein.

 

Kategorie „Effizienz": Zusatznutzen für Verwender

In der Kategorie „Effizienz" siegte die Spielverpackung von Johanna Müller, Studentin der Technischen Fachhochschule (TFH) Berlin. Müller präsentierte eine konsequent mit Wellpappe umgesetzte Verpackungslösung für ein Gesellschaftsspiel. Der Umkarton und die komplette Inneneinrichtung bestehen aus Wellpappe, Spielkarten und Spielgeld sind aus Papier. Die einfache Konstruktion der einzelnen ausgeklügelten Aufbewahrungselemente ermöglicht ein problemloses Handling. Zum Spielen werden sie einzeln herausgenommen und fertig bestückt um das Spielfeld herum platziert. Da Spiel und Verpackung komplett aus Papierprodukten bestehen, sind effiziente Herstellungs- und Konfektionierungsprozesse gewährleistet.

 

Platz 2 belegte der Beitrag „4er-Kette", eine Gemeinschaftsarbeit von Ingrid Meyr, Rita Sanftl und Ellen Schenkl von der FH München. Die Trageverpackung für vier Bierflaschen weist eine hohe Funktionalität auf. Je zwei Stanzverpackungen werden an einer Seite zusammengehalten und sind mit einer Lasche im Tragegriff miteinander verbunden. Dadurch ist die befüllte Verpackung im Format flexibel und nutzt vorhandenen Lagerraum, z. B. im Kühlschrank, äußerst effizient aus. Die geöffneten, also aufgeklappten Verpackungen lassen sich gut stapeln und können – mit entsprechender Bedruckung der Innenseite – hervorragend zu Promotionszwecken genutzt werden. Der Materialaufwand ist in Relation zum Zusatznutzen für den Konsumenten gering.

 

Den dritten Platz erzielten Christiane Rädler, Nora Heling und Mustafa Killik, ebenfalls von der FH München, mit ihrer Fast-Food-Verpackung „Boxenstopp". Die Drei wissen, dass beim Besuch von Schnellrestaurants Convenience gefragt ist. Daher bietet „Boxenstopp" jedem Bestandteil einer typischen Take-away-Mahlzeit wie Getränkebecher, Hamburger und Pommestüte einen festen Platz, wo er gegen Verrutschen und Verschütten gesichert ist. Aufgrund der räumlichen Trennung von Speisen und Getränken bleibt Heißes länger heiß und Kaltes länger kalt. Die Verpackung kann als Tablett im Auto verwendet werden und ermöglicht nach der Mahlzeit die Bündelung der Überreste als Abfallbehälter. Im Schnellrestaurant kann die Box auch zusammengefaltet platzsparend gelagert werden und lässt sich mit zwei Handgriffen schnell und einfach aufrichten.

 

Kategorie „Idee": Verwandlungskünstler Wellpappe

In der Kategorie „Idee" belegte das Präsentationssystem für Textilien von Claudia Hauser, FHTW Berlin, Platz 1. Der Kleiderbügel aus Wellpappe besticht nicht nur durch Originalität, sondern auch durch hohe Stabilität bei minimalem Materialeinsatz. Die einzelnen Teile des erweiterbaren Systems sorgen durch ihre gemeinsame Formensprache für eine einheitliche und stimmige Produktpräsentation. Die Möglichkeit einer markengerechten Bedruckung kommt den Anforderungen von Oberbekleidungsherstellern und Modelabels entgegen.

 

Jan Pluimers von der FH Trier erreichte mit seiner Obst- und Gemüseverpackung „Vitor" den zweiten Platz. „Vitor" kann in wenigen Sekunden umgebaut und verschiedenen Obst- und Gemüsesorten angepasst werden. Da die einzelnen Bestandteile stabil ineinander gesteckt sind, ist aufwändiges Kleben oder Tackern überflüssig. In der „Standardausführung" verfügt „Vitor" über sechs quadratische Fächer für je eine Frucht, aus denen im Handumdrehen zwei längliche rechteckige Fächer werden. Damit stellt es eine völlig neue Art der Warenpräsentation dar, die gleichzeitig den Abverkauf im Supermarkt unterstützt und dem Verbraucher ein stabiles und sauberes Transportsystem bietet.

 

Auf Platz 3 schaffte es das Präsentationssystem für Schmuck von Jennifer Kyselka von der FHTW Berlin. Ihre Grundüberlegung: Wertgegenstände machen eine besonders gute Figur auf Wellpappe. Der gefaltete rechteckige Wellpappenzuschnitt bietet Präsentationsflächen für Ringe, Ohrringe und Ketten; Löcher und Schlitze sorgen für eine Vielzahl von Positionierungsmöglichkeiten. Durch das Spiel aus Licht und Schatten auf der weißen Fläche ergibt sich ein reizvoller Kontrast zwischen der Wellenstruktur und dem Schmuck. Das System zeichnet sich durch sein geringes Gewicht und die Erweiterungsmöglichkeiten durch Aneinanderreihen mehrerer Elemente aus.

 

„Der Fokus der Wettbewerbsbeiträge lag besonders auf Kreativität und Originalität", so Wolfrum. „Diese offene Aufgabenstellung war ein voller Erfolg. Zahlreiche Studierende haben sich mit den Möglichkeiten des Packstoffs auseinandergesetzt und teilweise spannende neue Ansätze gefunden – und damit selbst uns Wellpappenexperten erstaunt." 2010 plant der VDW die zweite Auflage des Wettbewerbs.

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Martin Petrich

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