05.12.2008 – Wellpappe Report 4/2008

CO2 -Speicher Wald: Wellpappenproduktion unterstützt das Wachstum des Baumbestands

Das Image der Wellpappe ist „grün". Laut einer TNS Emnid-Studie von 2007 halten Entscheider aus Industrie, Handel und Politik Wellpappe für eine sehr umweltverträgliche Verpackung.

 

Von den Befragten meinen zwei Drittel, dass die Verwendung von Wellpappe die Umweltressourcen schone, und 70 Prozent sind von einer günstigen Ökobilanz überzeugt. Nur etwa ein Viertel glaubt, dass zur Produktion und Wiederverwertung von Wellpappe ein hoher Energieaufwand notwendig sei. Diese positive Wahrnehmung der Wellpappe hat seinen Grund in ihrem natürlichen Ursprung. Der Grundstoff des Naturprodukts ist Holz – und das ist gut für Wald und Klima.

 

Noch nie war der Waldbestand in Europa so groß wie heute. Nach einer Erhebung der Food and Agriculture Organisation (FAO) konnten sich Forstleute allein im Zeitraum von 2000 bis 2005 über einen Zuwachs von mehr als einer halben Million Hektar freuen. Das hat handfeste ökonomische Gründe: Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist die Geschäftsgrundlage für die Holz- und Papierindustrie. Entsprechend sorgsam und zukunftsorientiert gehen die Waldbesitzer mit den wertvollen Ressourcen um.

 

Naturprodukt Wellpappe

Wichtige Abnehmer der Papierindustrie sind die Hersteller von Wellpappe. Die für ihre Fertigung erforderlichen Papiersorten bestehen in Deutschland durchschnittlich zu 20 Prozent aus Frischfasern, der Rest ist Wellpappenrohpapier aus Altpapier. Auch für Verleimung der verschiedenen Papierbahnen zur typischen Wellenstruktur werden Rohstoffe natürlichen Ursprungs eingesetzt. In der Regel sind dies Leime aus Mais-, Kartoffel- oder Getreidestärke.

 

Diese natürliche Rohstoffbasis prägt die besonderen wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile der Transportverpackung Nummer Eins. Nachwachsende Rohstoffe aus Pflanzen machen unabhängig von fossilen und damit nur begrenzt verfügbaren Ressourcen. Das sichert die langfristige Verfügbarkeit zu wirtschaftlichen Kosten. Anders bei den Verarbeitern von petrochemischen Rohstoffen: Nach den im November präsentierten Schätzungen der Internationalen Energieagentur IAE braucht die Welt bis 2030 „vier neue Saudi-Arabiens", um die abnehmende Ölgewinnung zu kompensieren. Trotz der aktuellen Baisse an den Ölterminmärkten rechnet die Agentur in den kommenden Jahren mit entsprechend drastischen Preissteigerungen für Öl.

 

Leistungsfähiger CO2-Speicher

In punkto Ökologie kommt der Eigenschaft der Wälder als CO2-Speicher eine immer größere Bedeutung zu. Gerade die für die Holz verarbeitende und die Papierindustrie überwiegend genutzten, schnell wachsenden Baumarten in den nordischen Wäldern binden im Lauf ihrer Entwicklung überdurchschnittlich viel des schädlichen Klimagases. Die Leistungsfähigkeit des Holzes als CO2-Speicher veranschaulicht ein scheinbares Paradoxon: Chemische Reaktionen sind dafür verantwortlich, dass Holz mehr Treibhausgas binden kann, als es selbst wiegt. Selbst bei Papier lässt sich dieses Phänomen beobachten. Nach Angaben des International Council of Forest and Paper Associations (ICFPA) enthält jede Tonne Papier etwa 1,33 Tonnen CO2 in gebundener Form.

 

Vorbehalte, dass die wirtschaftliche Nutzung der Wälder zwar für zunehmende Bewaldung, aber schrumpfende Artenvielfalt sorge, sind nicht stichhaltig. Fachleute des Deutschen Forstwirtschaftsrats und des Deutschen Holzwirtschaftsrats bestätigen: Die Zeit öder Monokulturen ist längst vorbei. Demnach belegen Untersuchungen, dass nachhaltig bewirtschaftete Wälder, die den Großteil der europäischen Forstwirtschaft ausmachen, im Hinblick auf Biodiversität selbst Urwäldern in nichts nachstehen.

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Martin Petrich

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