10.10.2007 – Wellpappe Report 3/2007

Qualität mit Brief und Siegel: Unabhängige Institute prüfen Wellpappe

Wellpappe muss einiges aushalten: beim Kommissioniervorgang im Lager, auf der Laderampe und im tropischen Klima auf hoher See.

 

Kein Problem für den vielseitigen Packstoff, wenn man sich für das richtige Material und die geeignete Konstruktion entscheidet. Oft wird jedoch am falschen Ende gespart. Eine Studie des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW) belegt, dass im deutschen Einzelhandel jährlich durch unzureichende Verpackungen Transportschäden in Höhe von mindestens 300 Millionen Euro entstehen. Logistikexperten wissen: Mit dem Einsatz hochwertiger Wellpappenverpackungen in der passenden Qualität kann das Schadensrisiko erheblich minimiert werden. Ein guter Grund, den Transportverpackungen auf den Zahn zu fühlen.

 

Kunden wollen Sicherheit

Unabhängige Prüflabore untersuchen, ob die Wellpappe hält, was sie verspricht. Zum Beispiel das Hamburger Institut für Beratung, Forschung, Systemplanung, Verpackungsentwicklung und -prüfung – kurz BFSV. Hier werden auf Anfrage Transportverpackungen durch die Simulation von Versandbelastungen geprüft. „Unser Kundenspektrum erstreckt sich über alle Branchen: Automobil, Flugzeuge, Medizintechnik, Konsumgüter, Chemie und Pharma, und natürlich auch Packstoff- und Packmittelhersteller sowie Verpackungshändler und Logistikdienstleister", sagt Wolfgang Reimers, Leiter der Verpackungsprüfung beim BFSV. Die Hamburger Logistikexperten kennen die Belastbarkeit von Transportverpackungen aus jahrzehntelanger Erfahrung und glauben, dass die Bedeutung der Wellpappe als dominierendes Material für die Herstellung von Transportverpackungen weiter zunehmen wird. „Die Verpackung wird in der Logistik immer wichtiger, und Wellpappe ist weiter auf dem Vormarsch", sagt Reimers.

 

Über eine ähnliche Kundenstruktur verfügt das Institut für Wellpappenforschung und -prüfung GmbH (wfp) in Darmstadt. „Etwa zwei Drittel unserer Kunden sind verpackende Unternehmen, und zwar aus allen Branchen", sagt Julian Pachniewski, Experte für Prüfverfahren beim wfp. Auch hier machen Experten die Probe aufs Exempel. Jedes verpackende Unternehmen, das die Qualität seiner gelieferten Wellpappe testen will, kann Warenmuster zum wfp senden und dort auf Herz und Nieren prüfen lassen. Das Institut gibt Auskunft, ob die Wellpappe z. B. den Anforderungen der Wellpappennorm DIN 55 468 (Sorteneinteilung mit jeweils definierten Eigenschaften) entspricht.

 

Optimaler Produktschutz

Haben iPods, Computerbildschirme oder DVD-Player eine Reise im Lkw oder Containerschiff vor sich, kann sich der Hersteller an eines der unabhängigen Prüfinstitute wenden. Das Labor prüft Festigkeit und Belastbarkeit der Wellpappenverpackung in allen Belangen. Pachniewski: „Bei den empfindlichen elektronischen Geräten ist der Produktschutz durch die Transportverpackung besonders wichtig. Selbstverständlich will der Versender wissen, ob seine Waren auf dem Transport unversehrt bleiben." Die Experten nehmen Tests vor, in denen sie die Verpackung bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit rütteln, stauchen und stürzen lassen. Sämtliche Prüfungen werden gemäß der Normvorschriften durchgeführt, die Ergebnisse entsprechend bewertet. Der Kunde spart sich dabei kostenintensive Versandversuche und geht auf Nummer sicher.

 

Die Eignung seiner Verpackung für eine bestimmte Versandart bekommt der Kunde schriftlich. Der Versand von Automobilelektronikteilen zum Beispiel, die im Container nach Ostasien verschifft werden, ist ein Fall für Schwerwellpappe der Sorten 2.90 bis 2.96 nach DIN 55468-1. Mit der richtigen Papierzusammensetzung, Konstruktion und Ausrüstung der Transportverpackung sind diese Wellpappen für nahezu alle industriellen Güter geeignet, auch für die Reise in tropische Zonen mit feuchtheißem Klima. Die Zuverlässigkeit einer bestimmten Verpackung für den Überseeversand bestätigt das Institut für BFSV mit dem Zertifikat „This board is suitable for overseas shipment".

 

Neutrale Prüfinstanz

Das Darmstädter wfp fertigt zu allen Tests Prüfzeugnisse an. Ein Qualitäts- und Produktzeugnis in Form einer Expertise schützt die Hersteller und Versender vor unnötigen Überraschungen und vermeidet von vornherein Streitigkeiten im Schadensfall. Auch wenn es bereits zu spät ist und Transportschäden zu beklagen sind, hilft das wfp: Es bezieht auf Wunsch mit einem objektiven Gutachten Stellung. Die Unabhängigkeit des Instituts wird streng überwacht. Seine Objektivität und Leistungsfähigkeit unterliegen der Aufsicht durch das Deutsche Akkreditierungssystem Prüfwesen nach DIN EN 45 001.

 

Anhang: Die Institute

wfp

1951 als Forschungsstelle des VDW gegründet, firmiert seit es dem Jahr 2001 unter dem aktuellen Namen. Das wfp führt als unabhängiges Prüfinstitut für seine Kunden Festigkeitsuntersuchungen an Wellpappenrohpapieren, Wellpappe und daraus hergestellten Verpackungen durch. Jede denkbare Beanspruchung an die Verpackung während des Transports oder im Lager kann durch ein Programm von rund fünfzig verschiedenen Prüfungen simuliert werden.

 

Das wfp ist durch folgende Institutionen und Unternehmen als Prüfstelle anerkannt: Bundesanstalt für Materialprüfung und -forschung (BAM) im Bereich Gefahrgutverpackungen, DIN Certco (der Zertifizierungsgesellschaft der TÜV Rheinland Gruppe und des DIN Deutsches Institut für Normung e. V.), Gütegemeinschaft Wellpappe für Wellpappeprüfungen, UPS im Bereich Paketzertifizierung.

 

Institut für Wellpappenforschung und -prüfung GmbH

Geschäftsführer: Dr. Oliver Wolfrum

Ansprechpartner: Julian Pachniewski

Hilpertstraße 22

64295 Darmstadt

Tel.: 06151/9294-13

Fax: 06151/9294-30

E-Mail: info-wfp@vdw-da.de

www.wellpappen-industrie.de

 

Institut für BFSV

Seit über 50 Jahren berät und forscht das Institut für BFSV auf den Gebieten der Verpackung und des Transports von Gütern sowie der Planung und Optimierung logistischer Systeme. Es wurde 1954 als „Beratungsstelle für Seemäßige Verpackung" in Hamburg gegründet. Als eine der ersten Organisationen weltweit befassten sich die Mitarbeiter wissenschaftlich mit allen Fragen der versandgerechten Verpackung.

Das Institut für BFSV führt in seinem modernen akkreditierten Prüflabor sämtliche notwendigen mechanischen, dynamischen und klimatischen Prüfungen an Verpackungen und Packstoffen für die Simulation von Beanspruchungen in der Logistikkette durch. Darüber hinaus bietet das Institut Hilfestellung bei betriebswirtschaftlichen und organisatorischen Fragen im Bereich der Logistik, der Kostenoptimierung von Verpackungen und Prozessen sowie bei der Qualifikation von Mitarbeitern in verpackungstechnischen, betriebswirtschaftlichen und logistischen Fragen.

 

Institut für BFSV an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg

Prof. Dr. Henning Kontny

Lohbrügger Kirchstrasse 65

21033 Hamburg

Tel.: 040/42875-6046

Fax: 049/40721-63-78

E-Mail: institut@bfsv.de

http://www.bfsv.de

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