22.05.2006 – Wellpappe Report 2/2006

Wirtschaftlichkeit in der Obst- und Gemüselogistik

Optimale Palettenauslastung mit Wellpappe

 

Eine aktuelle Studie der Verpackungsexperten von Berndt & Partner belegt, dass Wellpappe in der Obst- und Gemüselogistik einen Prozesskostenvorteil von 13 Prozent gegenüber Kunststoffsteigen von IFCO vorweist. Bei der Teilbetrachtung einzelner Stationen der Lieferkette haben die Experten festgestellt, dass Wellpappe beim Erzeuger, im Großhandel und im Zentrallager deutlich die Nase vorn hat; lediglich in den Filialen sind die Mehrwegsteigen um etwa 4 Prozent wirtschaftlicher. Ausschlaggebend dafür ist der geringere Aufwand bei der Handhabung: Mehrwegsteigen werden oft mit einem besseren Auslastungsgrad auf Mischpaletten gestapelt. Damit werden weniger Paletten benötigt und der Personalaufwand für das Handling im Supermarkt fällt etwas geringer aus.

 

„Das muss nicht sein. Auch Wellpappensteigen lassen sich effizient auf Mischpaletten stapeln", erklärt Angelika Christ, Geschäftsführerin des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW). „Die FEFCO, der europäische Dachverband der Wellpappenhersteller, hat bereits vor einigen Jahren einen Standard eingeführt, der sich an den Abmessungen der handelsüblichen Euro-Palette orientiert. Wellpappensteigen nach dem FEFCO-Standard CF1 (Grundmaße 600 x 400 mm) und CF2 (400 x 300 mm) gewährleisten einen effizienten Länder übergreifenden Transport von Obst und Gemüse", so Christ weiter.

 

Fußstapfen weisen den Weg zur optimalen Auslastung

CF steht für Common Footprint. CF1- und CF2-Steigen passen exakt auf eine Euro-Palette, ohne Überhänge oder Lücken. Das einfache Stecksystem ermöglicht das Stapeln von CF1- und CF2-Steigen verschiedener europäischer Hersteller und mit unterschiedlichen Fruchtsorten. So können Tomaten, Äpfel, Melonen und Kiwis in variierenden Anteilen effizient auf einer Palette platziert werden. Die Höhe der Steigen ist dabei variabel und kann für jede Fruchtsorte passend gewählt werden.

 

„In unseren Gesprächen mit den Marktteilnehmern haben wir gelegentlich gehört, dass Mehrwegkisten wegen der einheitlichen Abmessungen höher aufgeschichtet werden könnten", sagt Sebastian Klaus, Co-Autor der Studie von Berndt & Partner. „Der Einsatz von Wellpappensteigen, die dem CF-Standard der FEFCO entsprechen, kann aber diesen Vorteil von Mehrweg in den Filialen aufheben." CF-Steigen aus Wellpappe lassen sich einfach und sicher stapeln; die Stapel stehen stabil. Beim Bestücken der Palette braucht der Kommissionierer keine Zeit damit zu verschenken, eine günstige Position für die Versandeinheit zu suchen. Und in den Filialen lassen sich die Paletten mit geringem Handlingsaufwand abpacken. Klaus: „Mit dem Common Footprint kann der Handlingsaufwand deutlich reduziert werden."

 

Wellpappe trägt Früchte

Eine jüngst veröffentlichte Untersuchung des spanischen Wellpappenverbandes Afco bestätigt zudem, dass Wellpappensteigen auch beim Packen sortenreiner Paletten effizienter sind als Kunststoffbehälter. Eine beispielhafte Kalkulation für den Versand von Tomaten in 7-kg-Steigen von Spanien nach Deutschland weist einen klaren Vorteil für Wellpappen-CF-Steigen gegenüber Mehrwegsteigen aus: Bei einer Gesamternte von 2.294.000 Tonnen Tomaten in Spanien würden 3.857.000 Paletten mit 7-kg-Mehrwegsteigen aus Kunststoff benötigt, aber nur 2.732.000 Paletten mit 7-kg-Wellpappensteigen. Das sind 1.125.000 Paletten weniger und entspricht einem 41-Prozent-Vorteil für die Wellpappe. Damit erzielt der Packstoff mit der Welle einmal mehr einen deutlichen Effizienzvorsprung vor Kunststoffsteigen.

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Martin Petrich

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