30.03.2006 – Wellpappe Report 1/2006

Mit harten Fakten belegt: Wellpappe ist die wirtschaftlichere Transportverpackung

Obst- und Gemüsesteigen aus Wellpappe sind gegenüber Kunststoffsteigen von IFCO die wirtschaftlichere Transportverpackung.

 

Das belegt eine Untersuchung des Verbandes der Wellpappen-Industrie e.V. (VDW) mit aktuellen Werten. Verglichen wurden Einweg- und Mehrwegsteigen aus Wellpappe und Kunststoff, in denen je 7 Kilogramm Äpfel auf eine 350 Kilometer lange Reise vom Erzeuger über das Zwischenlager bis in die Filiale geschickt werden. Der Packstoff mit der Welle erzielte dabei einen 13-prozentigen Kostenvorteil gegenüber den Kunststoffbehältern. In absoluten Zahlen gerechnet kostet die Transportverpackung für 1.000 Kilogramm Äpfel in Kunststoffsteigen ca. 207 Euro innerhalb der betrachteten Systemgrenzen. Bei gleichen Rahmenbedingungen belaufen sich die Kosten für Wellpappensteigen auf ca. 183 Euro.

 

Einweg punktet bei Miet- und Beschaffungskosten

Der wirtschaftliche Vorteil der Einweg-Wellpappensteigen liegt in den hohen Miet- und Beschaffungskosten der Mehrwegsteigen begründet. Gemeinsam machen Beschaffung und Einlagerung von Wellpappentrays 35 Prozent der Gesamtkosten dieses Verpackungssystems aus; beim IFCO-Mehrwegsystem fallen dort 44 Prozent an. Das bedeutet, dass die Mietkosten von Mehrweg im Vergleich zu Einweg so hoch sind, dass selbst einige logistische Vorteile der Kunststoffsteigen an einzelnen Stationen der Lieferkette - z.B. in den Filialen - dies nicht kompensieren können. Dem entsprechend sind die Materialkosten bei Kunststoffsteigen aufgrund der hohen Mietpreise mit 26 Prozent um mehr als ein Viertel höher als bei Wellpappe.

 

Bei den Lagerkosten haben die Mehrweglösungen ebenfalls das Nachsehen, da sie 13 Prozent teurer im Vergleich zu Wellpappe sind. Grund: Die von den Filialen retournierten Behälter benötigen eine bestimmte Lagerfläche, die bis zur Abholung bereitgestellt werden muss. Bei den Maschinenkosten ist hingegen die Kunststoffsteige 9 Prozent günstiger, denn Einwegverpackungen aus Wellpappe benötigen sowohl beim Abpacken als auch bei der Entsorgung einen höheren Automatisierungsgrad in Form von Aufrichtmaschinen und Altpapierpressen. Die Personalkosten unterscheiden sich kaum, dem geringeren Personalkostenanteil bei der Entsorgung der Wellpappe im Lager steht die bessere Auslastung von Paletten mit Kunststoffsteigen in den Verkaufsstellen des Handels gegenüber.

 

Lieferkette unter der Lupe: Mehrweg beim Erzeuger und im Lager teurer

Beim Vergleich der einzelnen Lieferketten-Stationen zeigt sich, dass die Wellpappensteigen beim Erzeuger aufgrund ihrer niedrigen Beschaffungskosten 17 Prozent preiswerter im Vergleich zu IFCO sind. Aber auch in und zwischen den Hochregalen der Zentralläger ist der organische Packstoff der Gewinner: Hier ist er günstiger, da Einwegverpackungen mit geringerem Personalaufwand entweder im Lager oder direkt in der Verkaufsstelle ohne aufwändiges Sortieren entsorgt werden; für die von den Filialen retournierten Kunststoffbehälter müssen dagegen bestimmte Lagerflächen bis zur Abholung bereitgestellt werden. In den Filialen ist Mehrweg 4 Prozent wirtschaftlicher, denn Mehrwegsteigen werden oft mit einem besseren Auslastungsgrad gestapelt. Das führt zu weniger benötigten Paletten und infolgedessen zu einem reduzierten Handhabungs- und Personalaufwand.

 

Eines haben sowohl Mehrweg- als auch Einwegverpackungen bei Betrachtung der gesamten Lieferkette jedoch gemeinsam: Bei beiden fallen etwa drei Viertel der gesamten Systemkosten bei den Obst- und Gemüseerzeugern an. Es folgen die Zentralläger mit 17 Prozent bei Einweg und 16 Prozent bei Mehrweg; die Filialen liegen mit 8 Prozent bei Einweg und 7 Prozent bei Mehrweg auf Rang 3. Damit entstehen ausgerechnet bei demjenigen die höchsten Kosten entlang der Lieferkette, der den geringsten Einfluss auf die Verpackungswahl hat – nämlich beim Erzeuger.

 

Ergebnisse bestätigen frühere Resultate

Das gute Abschneiden der Wellpappe im Vergleich zu Mehrwegsystemen ist keine Überraschung. Bereits 1993 hatte der VDW einen ersten Wirtschaftlichkeitsvergleich von Kreislauftransportverpackungen aus Wellpappe- und Mehrweg-Transportverpackungs-Systemen durchgeführt. Drei Jahre später folgte eine vergleichende Leistungs- und Wirtschaftlichkeitsuntersuchung von Einweg- und Mehrweg-Bechersteigen für die Molkerei-Industrie. Beide Untersuchungen zeigten damals das gleiche Resultat: Die Mehrweglösungen aus Kunststoff und Plastik verursachten infolge höherer Beschaffungs- und Transportaufwendungen wesentliche Mehrkosten entlang der gesamten Lieferkette des Handels gegenüber Wellpappenverpackungen.

 

Im Rahmen der aktuellen Studie verglichen die Forscher Steigen, in denen jeweils 7 Kilogramm Äpfel transportiert werden. Sie analysierten Mehrwegsysteme vom Typ IFCO „Green Plus" sowie die zweiwellige Wellpappensteige „P84" für Obst und Gemüse. An der Lieferketten-Station „Erzeuger" wurden Unternehmen mit 20 bis 100 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche untersucht, im Großhandel fanden Firmen mit 10 bis 100 Millionen Euro Umsatz Beachtung. Daneben betrachteten die Autoren die maßgeblichen Handelskanäle wie Verbraucher- und Supermärkte. Als Grundlage zur Festlegung der Transportentfernungen dienten unter anderem die von unabhängigen Instituten vorgelegten Ökobilanzen für Einwegverpackungen aus Wellpappe und Mehrweglösungen aus Kunststoff.

 

Egal, wie untersucht wird: Wellpappe ist immer günstiger

Bei der Erstellung der Studie wurden die Rahmenbedingungen wie Preise, Handlingzeiten, Entfernungen und Auslastungen von Paletten möglichst wirklichkeitsnah ermittelt. In einzelnen Rechenmodellen haben die Wissenschaftler jedoch auch „Worst- und Best-Case"-Szenarien für die beiden Verpackungsarten durchgerechnet. Selbst wenn man dabei die Werte der Studien-Parameter eindeutig zu Gunsten der IFCO-Steigen ändert, bleibt die Wellpappe bei Betrachtung der gesamten Lieferkette wirtschaftlicher, da ihre niedrigen Material- und Beschaffungskosten sämtliche Mehrweg-Kostenvorteile übertreffen. Das eindeutige Fazit der Untersuchung lautet daher: Wellpappe ist die wirtschaftlichere Transportverpackung.

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Martin Petrich

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