14.06.2005 – Wellpappe Report 2/2005

Zwischen Outsourcing und Professionalisierung

Die hohen Anforderungen der Lieferkette und die Antworten der Wellpappenindustrie

 

Wellpappe ist die Transportverpackung Nr. 1: Mehr als zwei Drittel aller Waren gehen im Maßanzug aus Wellpappe auf die Reise. Insgesamt produziert die deutsche Wellpappenindustrie fast 7,4 Milliarden Quadratmeter des Bestsellers – die Tendenz ist seit Jahren steigend. Ist die Branche also vollauf damit beschäftigt, Papier zu einem hochwertigen Packstoff und intelligenten Verpackungen zu verarbeiten? Weit gefehlt. Die Erfolgsgeschichte der Wellpappe basiert immer schon auf dem professionellem Service der Hersteller: Beratung, Logistik und Verpackungsdienstleistungen.

 

„Ohne durchdachte Lösungen funktioniert die moderne Lieferkette nicht", sagt Norbert Julius, Vorsitzender des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW). „Selbstverständlich erwarten unsere Kunden von uns zunächst einmal ein qualitativ hochwertiges, termingerecht geliefertes Produkt. Aber die Verpackungsaufgaben sind komplexer geworden; hier sind unser Service und unsere Beratungskompetenz gefragt."

 

Auslagerung im Angebot

Zum Beispiel Co-Packing. Der Wellpappenhersteller unterstützt seinen Kunden, indem er die gekauften Verpackungen auch befüllt. Soll etwa für das Sommerangebot zum Grillanzünder noch die Grillzange dazu, wird der Lieferant zum Kommissionierer und macht aus gleichartig bestückten Trays Kombiverpackungen. Das geht bis zum One-Step-Shopping: Auf Wunsch bekommt der Kunde von seinem Wellpappenlieferant von der Kommissionierung über Einkauf, Lagerung und Befüllung bis zur Entsorgung alles aus einer Hand. Das bedeutet einen Ansprechpartner und damit weniger Abstimmungsaufwand - so spart der Kunde Zeit.

 

Darüber hinaus übernehmen Wellpappenhersteller immer häufiger Logistikaufgaben wie Just-in-time-Lieferungen. Die Wellpappe wird dabei z. B. direkt an die Verpackungsmaschine geliefert, um die Lagerhaltung des Kunden zu minimieren. Oftmals nehmen die Hersteller ihren Kunden auch den Einkauf verpackungsrelevanter Fertigteile ab, wie Umreifungsbänder oder Folien. Für die Verpackungsexperten der Wellpappenindustrie gehört es dabei zum professionellen Selbstverständnis, über den Tellerrand zu schauen und den Einsatz unterschiedlicher Packstoffe zu koordinieren.

 

Beratung ist gefragt

Voraussetzung für diese Leistungen sind Verpackungsprofis, die sich nicht nur als Verkäufer verstehen. „Unsere Verpackungsberater verfügen über langjährige Erfahrungen und umfassende Marktkenntnisse. Sie kennen die Anforderungen der Kunden und ihrer Produkte und können sie punktgenau befriedigen," so Julius. „Hier kann die verpackende Industrie vom Know-how der Wellpappenindustrie profitieren." Verpackungsberater ermitteln den Verpackungsbedarf des Kunden, machen Verpackungsvorschläge und stoßen neue Verpackungsentwicklungen an. Beratung und Entwicklung gehören zum Standardrepertoire der Wellpappenhersteller, und oft liefern sie ganze Systeme, organisieren die Logistik und kümmern sich auch um die Lagerabwicklung.

 

Effizienzsteigerung im Fokus

Grundlage jeder kompetenten Beratung ist zunächst eine umfassende Analyse des Packguts, der Fertigungsprozesse des Kunden und des Weges, den die Waren beim Transport vom Hersteller bis ins Verkausfregal hinter sich legen. Dabei stoßen die Berater oft auf erhebliches Optimierungspotenzial: Jedes zweite verpackende Industrieunternehmen erhält Reklamationen aufgrund unzureichender Transportverpackungen, wie eine VDW-Studie aus dem Jahr 2004 belegt. Ursache sind häufig Informationslücken auf Kundenseite. Dem Einkäufer liegen häufig nicht alle speziellen Anforderungen des Lagers sowie der Verkaufsstelle und der verschiedenen Transportmittel vor. Die Folge: Transportverpackungen für Wurst, Weingummi und Waschmitteln halten den Belastungen nicht stand. Die VDW-Studie ergab ein durchschnittliches Schadensaufkommen durch unzureichende Transportverpackungen von mindestens 300 Millionen Euro allein in den Verkaufsstellen des deutschen Einzelhandels.

 

Diese Schäden sind in der Regel nicht auf den Packstoff Wellpappe zurückzuführen, sondern auf seine fehlerhafte Verwendung. Wellpappe ist immer so stabil, wie man sie braucht; kommt es dennoch zu Schäden, wurde der richtige Packstoff in der falschen Variante am falschen Ort der Lieferkette eingesetzt. Das muss nicht sein: Die Berater der Wellpappenindustrie schließen Informationslücken und verhindern vermeidbare Produkt- und Imageschäden.

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Martin Petrich

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