16.03.2005 – Wellpappe Report 1/2005

Schnell und einfach zum Objekt der Begierde: Öffnungssysteme für Wellpappenverpackungen

„Sesam öffne Dich!" - Nein, darauf reagieren Transportverpackungen aus Wellpappe nicht.

 

Stattdessen sorgen intelligente Öffnungssysteme dafür, dass sowohl der Mitarbeiter im Supermarkt als auch der Kunde zuhause mit wenigen Handgriffen zum Objekt der Begierde gelangen. Sie sollen nicht nur schnell, sondern auch ohne Hilfsmittel und weiteren Aufwand die Verpackung öffnen können. Dabei darf die „Hülle" nicht leiden - eine achtlos aufgerissene Verpackung verkauft nicht.

 

Leichtes Öffnen mit sauberen Kanten

In einem vom Deutschen Verpackungswettbewerb 2004 prämierten Verfahren für Wellpappenverpackungen mit Perforation und Aufreißfaden sind nur die zwei Deckenpapiere entlang der Aufreißlinie beidseitig eingeschnitten. Sie umfassen das mittige, einwellige Wellenpapier, das bis zur Öffnung unbeschädigt bleibt und so die Stabilität der Verpackung garantiert. Erst bei der Nutzung des Fadens bzw. der Perforation wird das Wellenpapier wie bei einem Scherenschnitt sauber durchschnitten, ohne dass ausgefranste Kanten übrig bleiben.

 

Diese Technik garantiert, dass das Facing nicht eingerissen wird und die Verpackung dadurch ihr „Gesicht" verliert. Sie eignet sich daher auch nach dem Öffnen für den Verkauf und kann von den Angestellten im Supermarkt direkt ins Regal oder auf die Verkaufstheke gestellt werden. Das System lässt sich unmittelbar in den Herstellungsprozess integrieren, weniger Zeitaufwand und reduzierte Kosten sind die Folgen.

 

Die Uhr bestimmt den Trend: Trays mit Stülpdeckel besonders gefragt

Bisher erfordern Verpackungen mit Perforation und Aufreißfäden beim Öffnen mehr Aufwand als andere Lösungen. Dies belegte die Studie "Handling von Einwegtransportverpackungen (ETV) im Handel", die bereits im April 2001 unter Beteiligung der FEFCO erstellt wurde. Sie ergab, dass der Mitarbeiter im Supermarkt durchschnittlich 22,8 Sekunden benötigt, um eine geschlossene ETV mit Perforation zu öffnen und im Regal zu präsentieren. Für eine Verpackung mit Aufreißfaden braucht er mit 26,4 Sekunden sogar noch länger.

 

Trays mit Stülpdeckel hingegen nehmen Marktleiter und Angestellte nur durchschnittlich 14,3 Sekunden in Anspruch, da sie weder mühsam noch zeitaufwendig aufgerissen werden müssen. Ein weiterer Vorzug: Sie präsentieren die Ware nach dem Öffnen besonders attraktiv und für Verbraucherhände leicht zugänglich - gut für den Abverkauf und damit für den Umsatz. Außerdem ist hier nicht zu befürchten, dass die Verpackung durch Aufreißen beschädigt und so für die Kunden im Supermarkt unansehnlich wird.

 

Je weniger Aufwand, desto besser

Gerade im Handel ist Zeit Geld. Die Fachleute bevorzugen daher Verpackungen, die aus ihrer Sicht am schnellsten und mit dem geringsten Handlingaufwand zu öffnen sind. Dabei gehen die Meinungen über die verschiedenen Öffnungssysteme in der Praxis durchaus auseinander. „Ich bevorzuge Trays mit Stülpdeckel, da diese schnell und einfach abzuziehen sind", erklärt der Frankfurter Marktleiter einer großen deutschen Handelskette. „Perforationen selbst in Verbindung mit Aufreißfäden bereiten mir dagegen Probleme: Oft reißt der Faden und man bleibt beim Öffnen mit den Fingern in der Verpackung hängen. Abgesehen von der Verletzungsgefahr kann dabei natürlich auch die Verpackung beschädigt werden", so der Experte weiter.

 

„Ich halte wenig von Trays mit Stülpdeckel, da sie oft so stark verklebt sind, dass man ein Messer braucht", erklärt dagegen eine seiner Kolleginnen, die im Auftrag derselben Kette einen anderen Markt leitet. „Verpackungen mit Perforationen sind besser zu handhaben, da sie leicht aufzureißen sind", ergänzt sie. In einem Punkt sind sie sich jedoch einig: Je einfacher die Waren zu entnehmen und in den Regalen zu präsentieren sind, desto besser.

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Martin Petrich

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