24.02.2022

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Wellpappenindustrie: Kostendruck und Auslastung bleiben außergewöhnlich hoch

Branche meistert mit Omikron-Welle zusätzliche Herausforderung

Darmstadt, 24. Februar 2022 – Die Wellpappenindustrie kann für das dritte Quartal 2021 eine positive Absatzbilanz ziehen. Diese steht allerdings weiterhin in einem eklatanten Missverhältnis zu den Rohstoff- und Energiepreisen, die sich immer noch auf extrem hohem Niveau bewegen. Trotz allem beweist die Branche in der aktuellen Omikron-Welle höchste Flexibilität und leistet zuverlässig ihren Beitrag zum Funktionieren der Lieferketten, betont der Verband der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW).

„Im dritten Quartal 2021 konnte unsere Branche pro Arbeitstag rund 32,9 Millionen Quadratmeter Wellpappe und damit rund 2,4 Millionen Quadratmeter mehr absetzen als im dritten Quartal 2020. Dies entspricht einem Plus von acht Prozent“, erklärt der VDW-Vorsitzende Dr. Steffen P. Würth. „Den im VDW organisierten Wellpappenherstellern ist es somit erneut gelungen, eine sehr starke Nachfrage unter schwierigen Rahmenbedingungen zu befriedigen“, so Würth weiter. „Insbesondere in die Höhe schießende Rohstoff- und Energiepreise setzen der Wellpappenindustrie nach wie vor massiv zu. Am heftigsten schlagen dabei die Papierpreise zu Buche, weil diese rund 50 Prozent unserer Produktionskosten ausmachen.“

Das Gesamtpreisniveau für Wellpappenrohpapier, in dem der VDW alle Sorten gewichtet berücksichtigt, sei von September 2020 bis Dezember 2021 um 66,1 Prozent gestiegen. Die Kosten für altpapierbasiertes Wellpappenrohpapier – dem wichtigsten Rohstoff für die im Schnitt zu 80 Prozent aus Recyclingmaterial bestehende Wellpappe – hätten den Daten von EUWID (Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH) zufolge im gleichen Zeitraum um 73,5 Prozent zugelegt. Die Preise für Wellenstoff seien laut EUWID von September 2020 bis Januar 2022 sogar um 83,3 Prozent in die Höhe geschossen. Der vom VDW ermittelte Wellpappenpreis hingegen sei von Dezember 2020 bis Oktober 2021 um lediglich 20,3 Prozent gestiegen. „Damit hat die Wellpappenindustrie in den zurückliegenden Monaten weiter die finanzielle Hauptlast getragen, die von den immer neuen Höchstmarken bei den Papierpreisen ausging“, stellt Würth klar. Die Energiekosten verschärfen diese Lage zusätzlich: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich der Preis für leichtes Heizöl von September 2020 bis Oktober 2021 um 116,6 Prozent erhöht, der Preis für Erdgas von September 2020 bis Dezember 2021 sogar um rund 302,8 Prozent. „Dennoch sind die VDW-Mitglieder bei dauerhaft hoher Auslastung der Produktionskapazitäten ein zuverlässiger Partner für Industrie und Handel geblieben“, hebt der VDW-Vorsitzende hervor.

Die aktuelle Omikron-Welle bringe zusätzliche Herausforderungen für die Wellpappenindustrie mit sich: Die Logistikbranche sei mit einem erheblichen Mangel an Lkw-Fahrern konfrontiert, was sich auch auf die Wellpappenwerke auswirke. Zudem seien die Wellpappenhersteller selbst ebenfalls von einer dezimierten Personaldecke durch Quarantäne- und Krankheitsfälle betroffen. „Der weiterhin hohen Nachfrage gerecht zu werden und zugleich die Gesundheit unserer Mitarbeiter bestmöglich zu schützen, fordert gerade allen Beteiligten sehr viel Flexibilität ab. Da uns aber unter anderem diese Qualität als Branche besonders auszeichnet, sind wir zuversichtlich, dass wir auch die Omikron-Hochphase erfolgreich meistern werden“, so Würth.

Eine Grafik zur Entwicklung der Preisindizes für Wellpappe und Wellpappenrohpapier finden Sie hier.

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