17.03.2011

Wellpappenindustrie wächst 2010 stärker als Gesamtwirtschaft – Jahrespressekonferenz des VDW

Umsatz gut, Erträge schlecht - Rohstoffkosten fressen Umsatzwachstum

 

Die Mitglieder des Verbandes der Wellpappen-Industrie e. V. (VDW) haben im Jahr 2010 den Absatz ihrer Erzeugnisse um fast 465 Millionen auf knapp 7,1 Milliarden Quadratmeter gesteigert. Das entspricht einem Zuwachs von 7 Prozent gegenüber 2009.

 

„Der Aufschwung baut auf Wellpappe“, kommentiert Dr. Jan Klingele, Vorsitzender des VDW, das Jahresergebnis der Industrie. „Unsere Branche ist – nimmt man die Absatzzahlen der VDW-Mitglieder – mit 7 Prozent fast doppelt so stark gewachsen wie das BIP mit 3,6 Prozent. Mit der wirtschaftlichen Belebung steigt eben der Bedarf an leistungsfähigen und schnell verfügbaren Packmitteln rapide.“

 

Die Umsätze der VDW-Mitglieder stiegen 2010 um 12,3 Prozent, konnten den Rückgang von 16 Prozent im Jahr 2009 allerdings bei Weitem nicht ausgleichen. Darüberhinaus sind die Kosten der Wellpappenhersteller unverhältnismäßig stark angestiegen – allein die Ausgaben für das Wellpappenrohpapier seit September 2009 um fast 60 Prozent. Damit liegen die Papierpreise deutlich über dem bisherigen Höchststand von 2007. „Diese Entwicklung trifft unsere Branche ins Mark, da die Ausgaben für Wellpappenrohpapier etwa die Hälfte unserer gesamten Produktionskosten ausmachen“, sagt Klingele.

 

Ein weiterer wichtiger Rohstoff für die Wellpappenherstellung ist die als Leim eingesetzte Stärke. Auch hier verzeichnete die Branche große Preissteigerungen um über 100 Prozent bei Kartoffel- und 60 Prozent bei Mais- und Weizenstärke. „In der Summe stellen uns die immens gestiegenen Produktionskosten vor große Herausforderungen“, so Klingele. „Unsere Mitglieder konnten Preisanpassungen bei ihren Kunden oft nur mit erheblichen Verzögerungen und in unzureichender Höhe realisieren. Deshalb rechnen Marktbeobachter auch für 2011 mit weiter steigenden Abgabepreisen für Wellpappenerzeugnisse.“

 

Die Beschäftigtenzahl der Branche ist 2010 nahezu stabil geblieben. „Obwohl unsere Mitglieder das Krisenjahr 2009 ohne Abbau von Arbeitsplätzen meisterten – worauf wir durchaus stolz sind –, konnten wir in der Wachstumsphase des letzten Jahres bereits schon wieder 72 Neueinstellungen vornehmen“, sagt Klingele. Die Kapazitätsauslastung nahm um sechs Prozentpunkte auf durchschnittlich 89 Prozent zu und erreichte damit wieder fast das Niveau der Jahre vor der Krise.

 

Für 2011 erwartet die Branche eine Absatzsteigerung um etwa 3 Prozent. Die Ergebnisse der ersten beiden Monate dieses Jahres bestätigen diese Prognose. Im Januar konnte der VDW ein arbeitstägliches Plus von 2,5 Prozent verzeichnen, im Februar 5,8 Prozent.

 

Redetext Dr. Jan Klingele 

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