17.02.2015

Erste Hilfe im Krisengebiet

Ein stabiles, bewohnbares und witterungsfestes Haus aus Papier soll es werden, das Instant Home der TU Darmstadt. Menschen in Krisengebieten sollen damit schnell ein neues Dach über dem Kopf bekommen. „Die Idee ist es, vor Ort zu helfen, relativ unkompliziert und mit Materialien, die biologisch abbaubar sind“, erläutert der Darmstädter Architekturprofessor Ariel Auslender.

 

Entstanden ist der Entwurf im Rahmen eines Studentenprojekts: Die Origami-Spezialistin Kistina Wißling wies die Studierenden in die Kunst des Papierfaltens ein und zeigte ihnen, welche enorme Stabilität das Material erlangen kann. Mittlerweile ist aus der Seminararbeit ein interdisziplinäres Projekt der Universität geworden. Neben dem Fachbereich Architektur arbeiten auch Maschinenbauer und Chemiker daran das Instant-Home zu realisieren. So forscht Markus Biesalski, Professor für Chemie, an wasserabweisenden Beschichtungen, um die Pappe vor Regen und anderen Witterungseinflüssen zu schützen. Einen ersten Prototyp, der das Potenzial der Idee zeigt, gibt es bereits.

 

Drei Zentimeter dicke Wände aus Wabenpappe mit Fenstern und Türen sowie bewegliche Wände tragen das Papp-Dach des Instant Homes. Der Clou: Das Sofort-Haus entfaltet sich beim Aufbau quasi wie von selbst. Komplizierte Anleitungen oder Werkzeuge sind nicht nötig. Eine wichtige Eigenschaft für humanitäre Einsätze, bei denen die Hilfe schnell und unkompliziert vor Ort sein muss. Dazu tragen auch die Transporteigenschaften bei. Der Grundriss ist rechteckig und die Abmessungen orientieren sich an den Standardmaßen für Großraumcontainer. So können die Notunterkünfte mit dem Schiff oder dem Flugzeug effizient und kostengünstig in jedes Krisengebiet dieser Welt transportiert werden.

 

Weitere Informationen sowie ein Video zum Projekt finden Sie auf der Website der TU Darmstadt.

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